Ein Zufallssystem für Performance-Gewichte in der DTM werden eingeführt
Ein Zufallssystem für Performance-Gewichte in der DTM werden eingeführt © xpb.cc

Wie von 'Motorsport-Total.com' prophezeit, wird in der DTM 2017 ein Zufallssystem für die Zuteilung der Performance-Gewichte eingeführt

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Nun ist es offiziell: Der Zufall wird bei der Zuteilung der Performance-Gewichte in der DTM 2017 ab sofort eine große Rolle spielen. Wie 'Motorsport-Total.com' vergangene Woche exklusiv berichtete, wird bei der Berechnung der durchschnittlichen Rundenzeiten ein Zufallssystem die Anzahl der Runden, die zur Berechnung der Ballastgewichte herangezogen werden, festlegen. Zwischen 15 und 30 Runden können als Grundlage für den Mittelwert der Rundenzeit dienen. Wie viele Runden es tatsächlich werden, entscheidet, ähnlich wie bei der Ziehung der Lottozahlen, der Zufall.

Zur Erklärung: Zwischen 15 und 30 Rundenzeiten der drei in der Meisterschaft bestplatzierten Fahrer pro Hersteller werden herangezogen, um die durchschnittliche Rundenzeit der drei Fahrer zu berechnen. Aus dem Mittelwert der Rundenzeiten pro Fahrer wird erneut eine Durchschnittszeit berechnet. Dieser Mittelwert dient dann als Grundlage zur Zuteilung der Performance-Gewichte.

Damit müssten, zumindest die drei bestplatzierten Fahrer eines jedes Herstellers, wenn sie ihre gute Platzierung in der Meisterschaft behalten oder verbessern möchten, 30 Runden lang Gas geben. Ein Zielzeitfahren oder absichtliches trödeln wie am Hungaroring wäre damit ausgeschlossen.

18 DTM-Fahrer und Berger gegen Performance-Gewichte

Dass der Deutsche Motor Sport Bund (DMSB) dieses "Lotteriesystem" in der vergangenen Woche eingeführt hat, sorgte für Unmut bei den Motorsportchefs von Audi, BMW und Mercedes. Am Montag (17. Juli) wurde bei einem Treffen der Sporting Working Group, in der die drei Hersteller und der DMSB vertreten sind, die Änderung der Performance-Gewicht-Regel wieder zurückgenommen.

Nach Informationen von 'Motorsport-Total.com' folgten weitere Diskussionen über das umstrittene Thema, bei denen wieder keine Einigungen erzielt werden konnten. Umso überraschender für die Teams und Fahrer, dass am Freitag im Fahrerlager am Moskau Raceway ein Bulletin veröffentlicht wurde, in dem kommuniziert wurde, dass das oben beschriebene Zufallssystem ab sofort zum Einsatz kommt. Angeblich seien am Vorschlag des DMSB kleine Anpassungen vorgenommen worden, sodass das Lotteriesystem nun doch eingeführt werden konnte.

Alle 18 DTM-Piloten haben im Rahmen der Fahrerorganisation DTMDA (DTM Drivers Association) in einem Schreiben an den DMSB und die DTM-Dachorganisation ITR um die komplette Abschaffung der Performance-Gewichte gebeten und alternativ dazu einen Gegenvorschlag gemacht. Über diesen Brief wurde die DTM-Dachorganisation ITR und auch DTM-Chef Gerhard Berger informiert. Der Ex-Formel-1-Fahrer hat sich nach Informationen von 'Motorsport-Total.com' ebenfalls offen gegen die Performance-Gewichte ausgesprochen.

Wie lange das zu Beginn des DTM-Wochenendes in Moskau eingeführte Zufallssystem angewendet wird und ob es die in der Saison 2017 letzte Änderung der Performance-Gewichte war, bleibt abzuwarten. Fakt ist, dass Audi am Samstag (22. Juli) in Moskau mit einem Gesamtgewicht von 1.117,5 Kilogramm leichter als BMW (1.122,5 Kilogramm) und Mercedes (1.127,5 Kilogramm) ist. Nach dem Rennen am Samstag könnte sich das aber schon wieder ändern. Denn dann bestimmt der Zufall, welcher Hersteller Gewicht aus- oder einladen muss.

© Motorsport-Total.com

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