Michele Ferrari (mitte) stand bereits 2004 in Bologna vor Gericht
Michele Ferrari (mitte) stand bereits 2004 in Bologna vor Gericht © Getty Images

Italiens Skandalarzt Michele Ferrari droht neues Ungemach. Die Bozner Staatsanwaltschaft fordert zwei Jahre Haft für den umstrittenen Doktor.

Die Bozner Staatsanwaltschaft fordert zwei Jahre Haft für den Skandalarzt Michele Ferrari. Dem im Sport lebenslang gesperrten Mediziner wird die wiederholte Abgabe und Beihilfe zur Verabreichung von Dopingmitteln vorgeworfen.

Ferrari soll dem Südtiroler Biathleten Daniel Taschler, dem der Staatsanwalt wiederholten EPO-Konsum vorwirft, verbotene Mittel verabreicht haben.

Für Taschler forderte der Staatsanwalt sechs Monate Haft und eine Geldstrafe über 2700 Euro. Für dessen Vater Gottlieb Taschler, der der Beihilfe zum Doping – erschwert durch sein Amt als Vizepräsident des Biathlon-Weltverbandes – beschuldigt wird, beantragte der Staatsanwalt neun Monate Haft und 3500 Euro Geldstrafe.

Verteidigung plädiert auf Freispruch

Laut Anklage habe Gottlieb Taschler den Kontakt zu Ferrari hergestellt und gepflegt. Die Behauptung, Ferrari habe eine Immunschwäche des Sohnes behandelt, bezeichnete die Staatsanwaltschaft als haltlos.

Die Verteidiger der drei Angeklagten forderten den Freispruch ihrer Mandanten. Taschler habe nicht gewusst, dass Ferrari unter Dopingverdacht stand, betonten die Anwälte. Mit einem Urteil wird am 3. April gerechnet.

Gegen die beiden Südtiroler waren 2014 Doping-Vorwürfe laut geworden. Aus Abhörprotokollen der Staatsanwaltschaft Padua soll hervorgehen, dass Taschler seinem Sohn im Jahr 2010 einen verbotenen Kontakt zu Ferrari vermittelt habe. Taschler lässt sein Amt als Vizepräsident des Weltverbandes IBU seitdem ruhen.

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