Tyson Fury, Nico Rosberg und Bastian Schweinsteiger sind nur drei der Stars, die 2016 Rücktritte erklärt haben © SPORT1/ Getty Images/Imago

Im Jahr 2016 haben zahlreiche Sportler und Sportfunktionäre ihre Laufbahn beendet. Teils freiweillig, teils gezwungenermaßen. SPORT1 blickt zurüc.k

Nico Rosberg erwischte die gesamte Motorsport-Szene auf dem falschen Fuß, Bastian Schweinsteiger rührte Fußball-Deutschland zu Tränen und Boxer Tyson Fury erzürnte die Öffentlichkeit mit einem unsäglichen Possenspiel. Das Jahr 2016 geizte nicht mit emotionsgeladenen Rücktritten.

Als Rosberg am 27. November beim letzten Saisonrennen in Abu Dhabi als Zweiter hinter Vize-Weltmeister Lewis Hamilton über die Ziellinie fuhr und sich so den WM-Titel sicherte, war ihm wohl schon klar, dass ihm dieser eine Triumph reichen würde. Er war mit neun Siegen die beste Saison seiner Karriere gefahren und hatte den Briten Hamilton nach zwei Vize-Titeln nacheinander endlich geschlagen. (Verdient Nico Rosberg die SPORT1? Hier abstimmen!)

Rücktritt nach Party-Marathon

Den Rücktritt gab der 31-Jährige jedoch nicht gleich bekannt. Erst einmal begab sich Rosberg auf einen Party-Marathon um den halben Globus. In seiner Geburtsstadt Wiesbaden feierte er mit seinen Fans bei Handkäs und Musik, ehe er zwei Tage später aus heiterem Himmel in Wien seinen Abschied verkündete. Nach 206 Grand Prix, 23 Rennsiegen und elf Saisons in der Königsklasse hatte er sein größtes Ziel erreicht.

Nicht weniger erfolgreich verlief die Nationalmannschaftskarriere von Ex-DFB-Kapitän Schweinsteiger, die ebenfalls in diesem Jahr ihr Ende fand. 121 Spiele lang trug der Mittelfeldspieler von Manchester United das Trikot mit dem Bundesadler und kam dabei auf 24 Tore. Ihren Höhepunkt fand seine beispiellose Laufbahn mit dem WM-Titel 2014.

Abschied unter Tränen

In diesem Jahr spielte der durchgehend von Verletzungen geplagte Schweinsteiger noch einmal eine durchschnittliche Europameisterschaft in Frankreich, bevor er sich im August beim Testspiel gegen Finnland in Mönchengladbach unter Tränen von den Fans verabschiedete.

Mit ihm trat in Lukas Podolski auch sein langjähriger Nationalmannschaftskumpel aus der DFB-Elf zurück, in der somit die "Generation Sommermärchen" endgültig abgelöst wurde. Deutschlands Rekordtorjäger Miroslav Klose (71 Treffer) hängte derweil im November die Fußballschuhe ganz an den Nagel und startete im Team von Bundestrainer Joachim Löw seine eigene Trainerlaufbahn.

Perspektivlosigkeit zwingt zum Rücktritt

Ohne Perspektive steht dagegen der ehemalige Boxweltmeister Tyson Fury da. Nachdem der Rückkampf gegen den vorigen Titelträger Wladimir Klitschko im September erneut platzte, wurde der Brite positiv auf Kokain getestet und teilte wenige Tage später in einem mit Beschimpfungen überladenen Tweet seinen Rücktritt mit, um diesen wenig später selbst auf Twitter zu dementieren. Nach einer Drogenbeichte und geäußerten Selbstmordgedanken legte Fury am 13. Oktober die Titel der Boxverbände WBO und WBA nieder.

Auch in diesem Jahr hing der Skandal um die Vergabe der WM 2006 Wolfgang Niersbach nach. War er 2015 schon vom Amt des DFB-Präsidenten zurück getreten, beendete der 66-Jährige im Dezember seine Tätigkeit im Council des Weltfußballverbandes FIFA. Zuvor hatte die Berufungskommission der FIFA die noch bis Juli 2017 laufende Sperre gegen Niersbach wegen dessen Rolle in der WM-Affäre bestätigt.

Karriere-Ende am Höhepunkt 

Auf dem Höhepunkt ihres Schaffens traten im Olympia-Jahr 2016 zahlreiche Spitzenathleten im Rahmen der Sommerspiele in Rio de Janeiro ab. Turn-Olympiasieger Fabian Hambüchen beschloss nach seinem Gold am Reck ebenso seine internationale Karriere wie Springreiter Ludger Beerbaum, der in Brasilien noch einmal Bronze mit der Mannschaft gewann. 

Fußball-Bundestrainerin Silvia Neid übergab nach dem Finalsieg der DFB-Frauen gegen Schweden den Staffelstab an ihre Nachfolgerin Steffi Jones.

Auch die langjährigen Schwimm-Rivalen Michael Phelps und Paul Biedermann zogen beim Großereignis ihre letzten Bahnen. Phelps holte noch einmal fünf Goldmedaillen und baute mit 23 Olympiasiegen seine Ausnahmestellung als erfolgreichster Olympionike der Geschichte aus.

In den USA machten gleich zwei der größten Athleten ihrer Sportarten Schluss. Football-Ikone Payton Manning (40) gewann im letzten Spiel seiner Karriere mit den Denver Broncos gegen die Carolina Panthers den zweiten Super Bowl, während Basketball-Superstar Kobe Bryant (38) nach fünf NBA-Titeln mit den Los Angeles Lakers auf seiner Abschiedstournee die Playoffs verpasste.

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