ATHLETICS-WORLD-2017
Die Siebenkämpferin Salman-Rath schafft es ins Weitsprung-Finale © Getty Images

Claudia Salman-Rath kämpft sich unter schwierigen Bedingungen ins Weitsprung-Finale. Alexandra Wester hadert mit einem Fluch, Läufer Richard Ringer ist chancenlos.

Im Dauerregen von London hat die deutsche Meisterin Claudia Salman-Rath bei der Leichtathletik-WM das Finale im Weitsprung (Freitag, 20.10 Uhr) erreicht.

Die Hallen-EM-Dritte, die im Siebenkampf Achte wurde, verbesserte sich im dritten Versuch der Qualifikation auf 6,52 m und sprang damit unter die besten Zwölf der Welt. Alexandra Wester landete hingegen bei 6,27 m und schied aus. 

"Ich wusste, dass ich es eigentlich drauf habe. Ich musste Risiko gehen, sonst wäre ich nicht so weit gesprungen. Ich hoffe, dass ich am Freitag noch ein bisschen erholter bin", sagte Salman-Rath in der ARD

Wester hadert mit Fluch

Wester, die bereits im Vorjahr bei den Olympischen Spielen in Rio das Finale verpasst hatte, meinte: "Ich will keine Ausreden suchen, für mich war es einfach ein schlechter Wettkampf, der schlechteste der Saison. Für mich ist es wie ein Fluch." 

Unter widrigen Bedingungen schaffte keine der Springerinnen die eigentlich für das Finale geforderten 6,70 m, alle zogen über die Weitenregel in den Kampf um die Medaillen ein. 

Als Beste qualifizierte sich Darja Klischina mit 6,66 m. 

Farah jagt Gold - Ringer chancenlos

Großbritanniens Laufheld Mo Farah machte den nächsten Schritt zu seinem angestrebten Triple-Double. Der 34-Jährige qualifizierte sich nach 13:30,18 Minuten als Zweiter in seinem Vorlauf locker für das Finale über 5000 m (Samstag, 21.20 Uhr).

Der EM-Dritte Richard Ringer (Friedrichshafen), 2015 in Peking noch im Finale, war im zweiten Vorlauf derweil chancenlos und lief in 13:36,87 Minuten als 17. ins Ziel. 

"Vier Runden vor Schluss haben meine Arme richtig zugemacht. Dann ging nichts mehr, ich habe noch versucht zu kämpfen. Leider hat es heute nicht gereicht, eigentlich wäre es möglich gewesen", sagte Ringer in der ARD - und gab seinen deutschen Kollegen in London noch einen Tipp in Sachen Hygiene. 

Der Sieg ging an den Äthiopier Selemon Barega, der in 13:21,50 Minuten die beste Vorlaufzeit erzielte. 2013 und 2015 holte Farah jeweils Doppel-Gold über beide Langstrecken. Über die 5000 m kann er sogar seinen vierten WM-Titel in Serie gewinnen. 

Gold für norwegischen Hürden-Sprinter

Der Norweger Karsten Warholm sicherte sich Gold über 400 m Hürden. Der 21-Jährige setzte sich im Finale in 48,35 Sekunden vor dem Türken Yasmani Copello (48,49) durch, Bronze ging an Olympiasieger Kerron Clemont aus den USA (48,52).

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Karsten Warholm: So sehen Sieger aus © Getty Images

"Ich kann es absolut nicht glauben", sagte Warholm, der als erster Norweger über 400 m Hürden eine WM-Medaille holte. Die US-Amerikaner blieben zum vierten Mal in Serie über ihre einstige Paradestrecke bei Weltmeisterschaften sieglos.

Gong holt Schwanitz-Titel

In Abwesenheit von Titelverteidigerin Christina Schwanitz gewann die Chinesin Gong Lijiao Gold im Kugelstoßen.

Die von Dieter Kollark, dem früheren Coach der dreimaligen Weltmeisterin Astrid Kumbernuss (Neubrandenburg), trainierte Gong setzte sich mit 19,94 m deutlich vor der Olympiadritten Anita Marton aus Ungarn (19,49) durch. Bronze sicherte sich Olympiasiegerin Michelle Carter (USA/19,14).

Schwanitz hatte Anfang Juli Zwillinge zur Welt gebracht.

2015 hatte die Sächsin bei der WM Gold vor Gong geholt, die nun als Jahresweltbeste ihrer Favoritenrolle gerecht wurde. Der deutschen Meisterin Sara Gambetta (Leipzig) fehlten in der Qualifikation neun Zentimeter zum Einzug ins Finale. 

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