Nadine Kleinert
Nadine Kleinert bei den Olympischen Spielen in London © Getty Images

Bei der Leichtathletik-WM in London werden zahlreichen Sportlern nachträglich Medaillen überreicht. Einige deutsche Sportler, die von Dopern geschlagen wurden, gehören nicht dazu.

Bei der Leichtathletik-WM in London sind am Sonntag elf Einzelsportler und fünf Staffeln nachträglich mit Medaillen geehrt worden.

Alle - auch die deutsche Siebenkämpferin Jennifer Oeser - waren in den ursprünglichen Wettkämpfen von Athleten geschlagen worden, die später des Dopings überführt wurden.

Viele Sportler aber, die das gleiche Schicksal erlitten hatten, wurden nicht geehrt. Einige deutsche Athleten warteten vergeblich auf eine Einladung und hätten dies Oeser auch mitgeteilt, berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung.

Dazu gehörten Hammerwerferin Betty Heidler, Hochspringerin Ariane Friedrich und die beiden Geher Andre Höhne und Melanie Seeger. Warum sie und andere Sportler immer noch darauf warten, liegt laut Weltverbands-Präsident Sebastian Coe an einem "komplizierten Prozess mit vielen juristischen Aspekten".

Kugelstoßerin Nadine Kleinert ist zumindest bei den Deutschen Meisterschaften geehrt wurden. Dabei hätte sie am ehesten eine Zeremonie wie in London verdient gehabt.

13 Mal von gedopten Rivalinnen geschlagen

Denn insgesamt 13 Medaillen bei internationalen Wettkämpfen müsste man ihr nachträglich überreichen, weil sie so oft von gedopten Athletinnen geschlagen wurde – unter anderem bei Olympia 2004 und der Hallen-WM 2004.

Die Plaketten bekam sie zwar, aber alle nur per Päckchen mit der Post zugeschickt. Die konnten aber nicht im Geringsten den Wertausfall ausgleichen, die ihr die Medaillen gebracht hätten, wenn sie sie gleich überreicht bekommen hätte.

Als sie sich die lange Liste der Fälle angeschaut habe, seien ihr "die Tränen gekommen", so Kleinert.

Ob Kleinert aber überhaupt bei solch einer Zeremonie gerne dabei wäre, ist fraglich. "Jubel lässt sich nun mal nicht nachholen. Es war immer das Schönste und Größte, auf dem Treppchen zu stehen", sagte sie einmal.

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