ATHLETICS-WORLD-2017
Gina Lückenkemper (r.) lief im Vorlauf noch unter 11 Sekunden © Getty Images

London - Gina Lückenkemper kann im Halbfinale über 100 Meter nicht an ihre starke Leistung im Vorlauf anschließen. Gold sichert sich eine US-Amerikanerin - im Stürzen.

Die Amerikanerin Tori Bowie hat bei der Leichtathletik-WM in London (täglich im LIVETICKER) Gold über 100 m gewonnen, der Final-Traum der deutschen Meisterin Gina Lückenkemper platzte dagegen jäh.

Die erst 20-Jährige wurde in ihrem Halbfinale in 11,16 Sekunden nur Sechste, für das Finale hätte Lückenkemper 11,07 Sekunden laufen müssen. (Hier geht's zum WM-Zeitplan)

Im Vorlauf hatte Lückenkemper in 10,95 Sekunden noch erstmals die magische Marke von elf Sekunden geknackt - als erste Deutsche seit Katrin Krabbe vor 26 Jahren.

Lückenkempers Bestzeit wäre Bronze

Damit liegt Lückenkemper auf Platz sechs der ewigen deutschen Bestenliste, alle fünf vor ihr platzierten Sprinterinnen liefen ihre Bestzeiten in den 80er Jahren im DDR-Trikot.

Im Finale hätte Lückenkempers neue persönliche Bestzeit sogar zu einer Medaille gereicht: Der Titel ging in 10,85 Sekunden an Bowie, die damit 24 Stunden nach dem Sieg von Justin Gatlin den Sprint-Doppelsieg für die USA perfekt machte. (Der Medaillenspiegel)

Hauchdünn dahinter holte die Ivorerin Marie-Josee Ta Lou (10,86) Silber, Bronze sicherte sich die Niederländerin Dafne Schippers in 10,96 Sekunden.

Bowie siegt dank Zielsprung

Kurios: Erst durch eine Art Zielsprung reichte es für Bowie auf den letzten Metern doch noch zu Gold, kurz hinter der Ziellinie stürzte die US-Amerikanerin daher kopfüber zu Boden.

"Der Hechtsprung fühlt sich im Nachhinein nicht so gut an", sagte Bowie, "aber das hat mich schon früher bei Meisterschaften gerettet, und ich gebe eben nie auf, bevor ich über die Linie hinweg bin".

16th IAAF World Athletics Championships London 2017 - Day Three
Torie Bowie (r.) landet nach ihrem Hechtsprung schmerzhaft und bringt eine Konkurrentin zu Fall © Getty Images

Es war das erste Doppel-Gold für die USA seit 2005, damals waren in Helsinki Gatlin und Lauryn Williams erfolgreich gewesen.

Olympiasiegerin Elaine Thompson (Jamaika) wurde in 10,98 Sekunden nur Fünfte, nach der Niederlage von Usain Bolt war es die nächste herbe Niederlage für die Karibiksprinter. "Ich will nicht nach Entschuldigungen suchen, das Rennen war eine Schande. Ich bin gesund, ich habe keine Erklärung", sagte Thompson.

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