16th IAAF World Athletics Championships London 2017 - Day Two
Carolin Schäfer (links) liegt in der Siebenkampf-Wertung aktuell auf Rang eins © Getty Images

London - Carolin Schäfer kämpft nach einer bisher ganz starken Vorstellung um Edelmetall. Im Siebenkampf liefert sie sich ein Duell mit Topfavoritin Nafissatou Thiam.

Carolin Schäfer fordert bei der Leichtathletik-WM in London im Siebenkampf auf dem Weg zum Titel Olympiasiegerin Nafissatou Thiam heraus. 

Schäfer zeigte am ersten Tag des Mehrkampfes eine ganz starke Vorstellung und liegt nach vier Disziplinen mit 4036 Punkten in Führung. Topfavoritin Thiam folgt mit 22 Zählern Rückstand, die 22-Jährige hat unter normalen Umständen aber den etwas besseren zweiten Tag.

Schäfer strebt derzeit einem Ergebnis von erneut über 6800 Punkten entgegen. Im Vergleich zu ihrer Leistung in Götzis, als die 25-Jährige ihre Bestleistung auf 6836 Punkte steigerte, hat sie 17 Zähler weniger auf dem Konto.

Thiam, die in Götzis mit 7013 Punkten erst als vierte Athletin der Geschichte die 7000er-Marke knackte, liegt in ihrem Fahrplan 42 Zähler hinten.

Die Frankfurterin Claudia Salman-Rath blieb etwas unter ihren Möglichkeiten, die WM-Vierte von 2013 rangiert mit 3655 Punkten auf Platz 13.

Favoriten-Sieg über 10.000 Meter

Schon gefallen ist die Entscheidung im 10.000 Meter-Lauf der Frauen. 

Weltrekordlerin und Olympiasiegerin Almaz Ayana (Äthiopien) sicherte sich über die längste Stadion-Distanz auch bei der WM Gold. 

Die 25-Jährige setzte sich nach einem Alleingang nach 30:16,32 Minuten souverän gegen ihre Landsfrau Tirunesh Dibaba (31:02,69) durch, Bronze sicherte sich Agnes Jebet Tirop aus Kenia (31:03,50).

Dibaba, Weltmeisterin von 2005, 2007 und 2013, sicherte sich als erste Frau der Geschichte ihre vierte WM-Medaille über diese Strecke. Bei den Männern hatte am Freitagabend Großbritanniens Laufheld Mo Farah den Titel über die 25 Stadionrunden geholt.  

Ex-Junkie Manyonga springt zu Gold

Und auch im Weitsprung wurden die Medaillen schon vergeben. Der Südafrikaner Luvo Manyonga sprang zum Weltmeistertitel

Der 26-Jährige setzte sich mit 8,48 m vor dem US-Amerikaner Jarrion Lawson (8,44) durch. Bronze ging an Manyongas Landsmann Ruswahl Samaai (8,32) vor dem Russen Alexander Menkow (8,27). Der Weltmeister von Moskau 2013 startete wegen der Suspendierung seiner Mannschaft unter neutraler Flagge.

Manyonga, früher drogenabhängig, ist der erste Weitsprung-Weltmeister aus Afrika und der zweite in einer Sprung-Disziplin nach dem südafrikanischen Hochspringer Jacques Freitag, der 2003 in Paris gesiegt hatte. Im zweiten Versuch erzielte der frühere U20-Weltmeister die Gold-Weite, blieb jedoch deutlich unter seiner Weltjahresbestleistung (8,65).

Der Kampf um Bronze bot Hochspannung, Maykel Masso (Kuba/8,26) fehlte bis zum letzten Durchgang nur ein Zentimeter auf die bis dahin weitengleichen Samaai und Menkow - dann zog der Südafrikaner aber mit seinem letzten Versuch davon.

Rio-Olympiasieger Jeff Henderon (USA) war wie der deutsche Meister Julian Howard (Karlsruhe) bereits in der Qualifikation gescheitert.

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