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Dmitri Schljachtin entschuldigt sich bei betroffenen Dienst © Getty Images

166 Verbände stimmen für eine Verlängerung des Ausschlusses russischer Athleten. Deren Verbands-Präsident entschuldigt sich für die Doping-Vergehen.

Der Kongress des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF hat die Suspendierung Russlands bestätigt.

Am Donnerstag votierten in der britischen Hauptstadt 166 Verbände für eine Verlängerung des wegen des Dopingskandals seit November 2015 bestehenden Ausschlusses. 21 Verbände stimmten dagegen. Erst am Montag hatte das IAAF-Council die Suspendierung des russischen Verbandes RusAF verlängert.

Bei der am Freitag beginnenden WM in London sind insgesamt 19 russische Sportler als neutrale Athleten zugelassen. Die Russen um Hochspringerin Maria Lasizkene, die dieses Jahr schon 2,06 m überquerte, dürfen aber nicht das russische Nationaltrikot tragen, bei einem WM-Titel würde auch nicht die russische Hymne gespielt. Auch die russische Flagge wird nicht gezeigt. 

Russland akzeptiert Entscheidung

Im Rahmen des Kongresses zeigte die russische Fraktion in Person von RusAF-Präsident Dmitri Schljachtin immerhin seltene Einsicht. Nach seiner Amtsübernahme zu Beginn des Jahres 2016 sei "das Ausmaß der Krise in Russland" zunächst schwierig zu überblicken gewesen: "Aber ich habe mich eingehend mit der Situation befasst und verstehe, dass die Entscheidung der IAAF (zur Sperre Russlands, die Red.) die richtige war." Er wolle sich "vor allem bei den Athleten entschuldigen, deren Siege auf unehrliche Art gestohlen wurden."

Schljachtin wolle sich zudem "bei all den Athleten entschuldigen, die um Gold- und Silbermedaillen gebracht wurden. Ich kann versichern, dass unser neues Team Doping bekämpfen wird und dass so etwas nicht wieder geschehen wird." 

IAAF-Präsident Sebastian Coe zeigte sich "erfreut" über Schljachtins Worte. "Es war ein sehr konstruktiver Tag, es werden Fortschritte gemacht - aber es ist noch nicht der Moment, Russland wieder zuzulassen", sagte der Brite: "Es gibt noch Arbeit zu tun."

Runde Andersen, Vorsitzender der IAAF-Taskforce, wertete die Aussagen Schljachtins als "wichtigen Schritt auf dem Weg zur Rehabilitation der russischen Leichtathletik. Dmitri versteht, dass die klar existente Doping-Kultur in Russland geändert werden muss. Er versteht, welcher Schaden sauberen Athleten daraus entstanden ist."

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