Sebastian Coe ist Präsident des IAAF
Sebastian Coe ist Präsident des IAAF © Getty Images

Der Leichtathletik-Weltverand IAAF hat dem derzeit suspendierten russischen Verband RUSAF einen Weg aufgezeigt, um seinen Sportlern 2017 ein internationales Startrecht zu ermöglichen. Damit sie unter neutraler Flagge an Wettkämpfen teilnehmen dürfen, müssen die Athleten einen umfangreichen Fragenkatalog beantworten, um nachzuweisen, dass sie von dem laut McLaren-Report staatlich verordneten Doping in ihrer Heimat nicht betroffen waren.

Die im Auftrag des Kanadiers Richard McLaren arbeitenden Ermittler haben der IAAF die Namen von 200 russischen Athleten übermittelt, die im Verdacht stehen, Teil der Doping-Maschinerie ihres Landes gewesen zu sein. Das teilte die IAAF am Dienstag mit. Insgesamt ist in dem zweiten McLaren-Report, der im Dezember veröffentlicht wurde, von über 1000 betroffenen russischen Sportlern die Rede.

Die IAAF unter dem Vorsitz ihres Präsidenten Sebastian Coe hat mittlerweile 50 russische Athleten in ihren sogenannten IRT-Pool aufgenommen. Diese Sportler sind bereits in den vergangenen Monaten unter Aufsicht des Weltverbandes mehrfach getestet worden, ihre Proben wurden außerhalb von Russland untersucht.

"Die russischen Sportler sind verraten worden von einem System, das sie eigentlich beschützen sollte", sagte der zweimalige Olympiasieger Coe. Die IAAF werde deshalb weiterhin alles daransetzen, sauberen Sportlern den Zugang zu Wettkämpfen zu ermöglichen.

Derweil hält die IAAF weiter an der internationalen Sperre für den russischen Verband fest. Eine Task Force unter Vorsitz des Norwegers Rune Andersen hatte der Verbandsspitze zuletzt berichtet, dass Russland zwar Fortschritte im Anti-Doping-Kampf gemacht habe, die Kriterien für eine Wiederaufnahme seien aber noch nicht erfüllt. Bei einer Council-Sitzung am 27. Februar 2017 soll das nächste Mal darüber beraten werden, wann und unter welchen Bedingungen die Suspendierung aufgehoben werden kann.

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