Der FC Liverpool gedenkt den 96 Toten von der Katastrophe von Hillsborough 1989
Der FC Liverpool gedenkt den 96 Toten von der Katastrophe von Hillsborough 1989 © Getty Images

Der englische Fußball arbeitet seine schwärzeste Stunde auf. 28 Jahre nach der Tragödie stehen fünf Personen vor Gericht - wenn auch nur kurz.

Mehr als 28 Jahre nach der Katastrophe von Hillsborough, bei der 96 Fußballfans starben, hat in der englischen Stadt Warrington am Mittwochnachmittag ein Gerichtsprozess gegen fünf Personen begonnen.

Nach einer 25-minütigen Anhörung wurde der eigentliche Prozessauftakt auf den 6. September vertagt und nach Preston ins nordwestliche England verlegt.

Die drei Polizeibeamten Norman Bettison, Donald Denton und Alan Foster, der Jurist Peter Metcalf sowie Graham Henry Mackrell, ehemaliger Geschäftsführer des damals gastgebenden Klubs Sheffield Wednesday, mussten persönlich vor dem Warrington Magistrates' Court erscheinen. Die Angeklagten haben nur gesprochen, um Namen, Alter und Anschrift zu bestätigen.

"Sie werden aufgrund verschiedenster Bestimmungen an das Gericht in Preston übergeben, dort wird die erste Anhörung am 6. September stattfinden", sagte die zuständige Bezirksrichterin Emma Arbuthnot gegenüber den Anwesenden.

Bei dem Prozess soll geklärt werden, ob und inwiefern die Angeklagten schuldig an der Tragödie sind. 

Ihnen wird unter anderem das Verletzen ihrer Dienstpflicht vorgeworfen. Einsatzleiter David Duckenfield, dem "Totschlag durch grobe Fahrlässigkeit" vorgeworfen wird, wird vor Gericht noch fehlen, weil er sich in einem anderen Prozess verantworten muss.

Vor dem Halbfinale im FA Cup am 15. April 1989 zwischen dem FC Liverpool und Nottingham Forest im nordenglischen Sheffield war es zu einem Gedränge und einer Massenpanik gekommen.

Dabei wurden 96 Reds-Anhänger im Gästeblock zu Tode gequetscht. Die Polizei hatte ein Tor geöffnet, durch das etwa 2000 zusätzliche Fans auf die ohnehin überfüllte Liverpool-Tribüne strömten.

Erst im vergangenen Jahr hatte das Gericht in Warrington entschieden, dass ein "Fehler in der polizeilichen Planung" - und eben nicht das Verhalten der Fans - die Ursache für die Tragödie war.

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