London - Im Elfmeterschießen macht Huddersfield Town den Aufstieg in die Premier League klar. Ein deutscher Verteidiger macht Trainer David Wagner glücklich - und den Klub reich.

Christopher Schindler hat Huddersfield Town nach 45 Jahren Abstinenz zurück in die Premier League geführt.

Der ehemalige 1860-Profi verwandelte beim 4:3-Sieg im Elfmeterschießen im Finale der Aufstiegs-Playoffs gegen den FC Reading den entscheidenden Versuch und wurde so im legendären Wembley-Stadion zum Helden im Team von Trainer David Wagner. (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker)

"Das ist kein Traum. Das ist Realität. Diese Jungs haben etwas Großes erreicht - so ein kleiner Klub in der besten Liga der Welt. Einfach verrückt", sagte der Ex-Dresdner Michael Hefele bei Sky Sports.

Wagner: Wiedersehen mit Kumpel Klopp

Das Team des Deutsch-Amerikaners Wagner darf sich nun auf einen wahren Geldsegen freuen. Für Wagner kommt es in der kommenden Saison zum Wiedersehen mit Liverpools Coach Jürgen Klopp, mit dem er bereits bei Borussia Dortmund zusammenarbeitete. Wagner war zudem Trauzeuge bei Klopps Hochzeit.

Huddersfield Town v Reading - Sky Bet Championship Play Off Final
David Wagner ist seit 2015 Trainer von Huddersfield Town © Getty Images

Nach dem gelungenen Aufstieg lobte Wagner sein Team. "Diese Spieler sind sind nun Huddersfield-Legenden", sagte der 45-Jährige. "Ich habe die ganze Saison so viel über den Mangel an Erfahrung gehört. Das ist wichtig, aber wir hatten Leidenschaft, Wille und eine Idee."

Seitenhieb in Richtung Experten

Wagner konnte sich auch einen Seitenhieb in Richtung seines Trainer-Kollegen Ian Holloway (Queens Park Rangers) nicht verkneifen. "Übrigens, Ian Holloway, alles Gute für die nächste Saison. Ich weiß, dass viele Experten uns vor der Saison abgeschrieben hatten."

Holloway hatte in einer Kolumne gemutmaßt, Huddersfield werde es mit dem unerfahrenen Wagner als Trainer schwer haben, die Klasse zu halten. Am Montagabend sangen Wagners Spieler nach dem Triumph in der Kabine: "There's only one Ian Holloway."

Vier Deutsche in Huddersfields Startelf

Nachdem sich die Elf des ehemaligen U23-Trainers von Borussia Dortmund schon im Halbfinale erst in der Lotterie vom Punkt gegen Sheffield Wednesday durchsetzte, musste am Montag nach torlosen 120 Minuten erneut das Elfmeterschießen entscheiden.

In Schindler, Michael Hefele, Chris Löwe und Elias Kachunga bot Wagner gleich vier Deutsche von Beginn an auf.

Das Finale war laut englischen Medien das "richest game in football", das lukrativste Spiel. Der Telegraph errechnete, dass der Sieger bis zu 200 Millionen Pfund (237,5 Mio. Euro) absahne; vor allem Fernsehgeld, "Fallschirm-Zahlungen" bei Wiederabstieg inklusive.

In der Championship bekam Huddersfield keine fünf Millionen vom TV. Mit einem Etat von 16 Millionen Euro lagen die Terrier in der 24er-Liga auf Platz 18, in der Abschlusstabelle war es Platz fünf.

Wagner-Team mit besserem Start

Huddersfield erwischte im Finale den besseren Start und kam durch Innenverteidiger Hefele (5.) und Isaiah Brown (10.) zu besten Chancen. Nach der Pause war die Elf von Abwehrlegende Jaap Stam die aktivere Mannschaft, doch es blieb in einer robusten Partie nach regulärer Spielzeit torlos.

In der Verlängerung vergab Huddersfield-Stürmer Nahki Wells aus elf Metern die beste Gelegenheit (116.), so ging es in das entscheidende Elfmeterschießen.

Nachdem Hefele als zweiter Schütze zunächst scheiterte, mussten die Terriers zunächst zittern. Durch die Fehlschüsse von Readings Liam Moore und Jordan Obita drehte sich das Blatt wieder zugunsten Hudderfields. Schindler behielt als letzter Schütze die Nerven und sorgte für die Entscheidung.

Fünftägiges Trainingslager bringt Erfolg

Vor dem Endspiel war Wagner mit seinem Team zu einem fünftägigen Trainingslager nach Portugal gereist. Seine größten Erfolge feierte der nordenglische Klub in den 1920-er Jahren, als er dreimal in Folge Meister wurde.

Wagner trainiert den Traditionsklub seit 2015, zuvor war er vier Jahre Trainer der zweiten Mannschaft von Borussia Dortmund. Der FC Ingolstadt und der VfL Wolfsburg blitzten bereits bei Wagner ab.

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