London - Das Team von Arsene Wenger entzaubert Meister FC Chelsea und triumphiert im FA Cup. Der vom FC Bayern umworbene Alexis Sanchez sorgt für Diskussionen.

Die Weltmeister Mesut Özil und Per Mertesacker haben mit dem FC Arsenal zum dritten Mal in vier Jahren den FA Cup gewonnen und eine enttäuschende Saison noch gerettet.

Die Gunners setzten sich im 136. Finale des ältesten Fußball-Wettbewerbs der Welt gegen den Lokalrivalen und Meister FC Chelsea im Wembleystadion mit 2:1 (1:0) durch und trugen sich als erster Klub zum 13. Mal in die Siegerliste ein.

Alexis Sanchez (4.) und Aaron Ramsey (79.) sicherten Teammanager Arsene Wenger, dem erfolgreichsten Coach der Arsenal-Klubgeschichte, den zehnten Titelgewinn in 21 Jahren. Weil er erstmals seit 1998 die Champions League verpasst hat, steht der Elsässer bei den Gunners aber in der Kritik. (Der Ticker zum Nachlesen)

Platzverweis nach Schwalbe

Insgesamt gewann Wenger zum siebten Mal den FA Cup, Arsenal ist nun alleiniger Rekordsieger vor Manchester United.

Für Chelsea platzte zwei Wochen nach dem Triumph in der Premier League der Traum vom Double. Victor Moses sah nach einer Schwalbe die Gelb-Rote Karte (68.). In Unterzahl gelang Diego Costa der zwischenzeitliche Ausgleich (77.).

"Diese Mannschaft hat gelitten", sagte Wenger, "sie hat sich zusammengerissen und geantwortet. Sie hat Stärke gezeigt und heute spektakulären Fußball gespielt. Ich bin stolz, diesen Cup siebenmal gewonnen zu haben."

Ein umstrittenes Tor brachte Arsenal in Führung: Der vom FC Bayern umworbene Sanchez hatte die Hand am Ball, zudem stand Ramsey vor Torhüter Thibaut Courtois im Abseits, griff aber nicht ins Spiel ein. Schiedsrichter Anthony Taylor gab den Treffer zunächst nicht, entschied nach Rücksprache mit seinem Assistenten aber dann doch auf Tor.

Die Gunners hatten in einer starken ersten Hälfte mehrfach die Chance, den Vorsprung auszubauen. Özils Heber über Courtois kratzte Gary Cahill von der Linie (15.), Danny Welbeck setzte nach einer Özil-Ecke einen Kopfball an den Pfosten (19.) und scheiterte ebenfalls an Cahill, der noch einmal für den geschlagenen Courtois rettete (30.).

Özil vergibt die Entscheidung

Erst kurz vor der Pause wurde Chelsea stärker. Kurz nach Wiederbeginn parierte Arsenal-Keeper David Ospina einen scharfen Schuss von Moses (51.), Pedro verfehlte knapp das Tor (59.). Der Ausgleich war überraschend, als Mertesacker Costas Schuss abfälschte. Im Gegenzug traf Ramsey. Özil hatte Pech mit einem Pfostenschuss (87.).

Mertesacker wurde nach rund 13 Monaten ohne Startelfeinsatz gegen die Blues ins kalte Wasser geworfen. "Ich habe zwar lange Zeit nicht von Beginn an gespielt, aber das ist kein Problem. Ich fühle mich fit und stehe bereit, notfalls auch für 120 Minuten", hatte der 32-Jährige gesagt, der nach seiner schweren Knieverletzung am vergangenen Wochenende gegen den FC Everton (3:1) sein Comeback gefeiert hatte. Der Weltmeister überzeugte als Abwehrchef der Gunners durch starkes Stellungsspiel.

Terroranschlag überschattet Finale

Arsenal plagten in der Defensive große Personalsorgen. Kapitän und Abwehrchef Laurent Koscielny war gesperrt, in Gabriel (Knie) und Weltmeister Shkodran Mustafi (Oberschenkel) fielen zwei weitere Innenverteidiger aus.

Überschattet wurde das Finale vom Terroranschlag Anfang der Woche in Manchester. Chelsea hatte aus Respekt vor den 22 Toten und den vielen Verletzten bereits seine für Sonntag geplante Meisterfeier abgesagt. Auch Arsenal verzichtet auf eine große Party.

Rund um Wembley wurden die Sicherheitsmaßnahmen an diesem Wochenende noch einmal drastisch verstärkt.

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