Uwe Hünemeier (r.) stammt aus der Jugendabteilung von Borussia Dortmund © SPORT1-Grafik: Imago

München - Nach dem Aufstieg mit seinem Klub Brighton spricht der frühere Dortmunder Uwe Hünemeier bei SPORT1 über den Coup mit seinem aktuellen Verein.

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Uwe Hünemeier kennt das Gefühl aufzusteigen.  

Was ihm 2014 mit dem SC Paderborn gelang, klappte am Montagabend mit seinem aktuellen Klub Brighton & Hove Albion, der erstmals nach 34 Jahren wieder erstklassig spielen wird. Nach dem Bundesliga-Abstieg mit Paderborn war der Innenverteidiger 2015 an die Südküste Englands gewechselt.

Dort trifft er nun in der nächsten Premier-League-Saison auf 2005 Jürgen Klopp, der von 2008 bis 2010 sein Trainer bei Borussia Dortmund war. 

Im SPORT1-Interview spricht Hünemeier über den Coup mit Brighton, die Party und seine Vorfreude auf das Wiedersehen mit seinem früheren Trainer.

SPORT1: Herr Hünemeier, Glückwunsch zum Aufstieg. Was macht der Alkoholpegel?

Uwe Hünemeier: (lacht laut) Ich hatte kein Promille-Messgerät in der Nacht bei mir. Aber ich glaube, es sieht relativ gut aus. Ich bin ganz froh, wie es mir am Tag danach geht. Es war eine lange Nacht, und es wurde natürlich viel getrunken. Ich bin einigermaßen gut rausgekommen aus der Nummer. 

SPORT1: Wie genau wurde die Rückkehr in die Erstklassigkeit nach 34 Jahren in Brighton denn begangen?

Hünemeier: Wir haben mit dem ganzen Klub in einer Bar in der Stadt gefeiert. Es wurde viel getrunken, gelacht und getanzt. Es war ein unglaubliches Erlebnis. In der Nacht trafen sich die Fans mit uns auf den Straßen und wir haben die Nacht zum Tag gemacht. Das sind Momente, die machen das Ganze besonders. Es war eine absolut geile Nacht.

SPORT1: Haben Sie schon realisiert, welche Dimension der Aufstieg für Brighton hat?

Hünemeier: Es ist schon der Wahnsinn. Der Verein hat noch nie in der Premier League gespielt, aber schon mal in der ersten Liga. Die Premier League gibt es ja erst seit 25 Jahren. Es ist also der erste Aufstieg und die Rückkehr in die erste Liga nach 34 Jahren. Der Klub hat in den zurückliegenden Jahren in der Championship (die zweite Liga, Anm.d.Red.) immer oben mitgespielt, so dass dieser Aufstieg absolut verdient ist. Nachdem wir im vergangenen Jahr nur knapp gescheitert sind, ist diese Leistung umso höher zu bewerten. Jetzt die Vorjahresleistung nochmal zu toppen, spricht für die Mannschaft, den Verein und dafür, dass alles richtig gemacht wurde.

SPORT1: Was war das große Erfolgsgeheimnis für den Aufstieg?

Hünemeier: Der Verein hat das große Glück, einen Mäzen zu haben, der wirklich ein passionierter Brighton-Fan ist (Poker-Millionär Tony Bloom, Anm.d.Red.). Er ist nicht nur ein reicher Mann, sondern gibt sein Herz für diesen Klub und lebt das. Wenn man dann erlebt, wie er mitfeiert, dann sieht man da keinen Klub-Boss, der unnahbar ist und der sich nicht mit Schampus begießen will.  Da kann sich der Klub unglaublich glücklich schätzen. Dieser Mann hat alles in den Klub investiert. Er unterscheidet sich schon von anderen großen Klub-Besitzern.

SPORT1: Ist das vergleichbar mit dem Meister-Märchen von Leicester City 2016?

Hünemeier: Das war auf einem ganz anderen Level. Da waren noch Hunderte von Millionen Euro mehr im Umlauf. Man konnte sich mit den ganz großen Teams messen. Das war schon noch eine andere Nummer. Es gibt viele Teams in der Championship, die schon mal in der Premier League oder in der ersten Liga gespielt haben. Brighton war lange nicht dabei, und es wird schwer sich da in der nächsten Saison zu behaupten. Aber es gibt immer eine Möglichkeit. Bei uns freut sich jeder darauf, sich mit den Großen zu messen. 

SPORT1: Sie spielten nach Ihrem Abschied aus Dortmund mit Cottbus und Paderborn für kleinere Klubs. Ist der Aufstieg jetzt die Krönung Ihrer Karriere?

Hünemeier: Schon. Mit dem Wechsel nach Brighton stand für mich nie auf der Agenda, vielleicht nochmal in die Premier League aufzusteigen. Hätte mir das einer gesagt, dann hätte ich mir an den Kopf gefasst. Jetzt Premier League zu spielen, ist etwas Besonderes. Ich freue mich riesig darauf. Ich habe in jedem meiner Klubs versucht, mein Bestes zu geben. Es war auch die meiste Zeit erfolgreich, aber jetzt ist es noch eine Nummer geiler. Das hätte ich mir nie erträumen lassen.

SPORT1: Auf welches Duell in der Premier League freuen Sie sich besonders?

Hünemeier: Auf das mit Liverpool und Jürgen Klopp. Da habe ich eine Verbindung, weil er bei Borussia Dortmund mein Trainer war. Das macht es für mich speziell. Man kennt sich noch. Natürlich ist es noch Zukunftsmusik und noch nicht richtig greifbar. Dennoch macht man sich Gedanken, wie das dann wird. Es ist das Spiel, was für mich in der neuen Saison den besonderen Effekt hat.

SPORT1: Hat Klopp Ihnen schon gratuliert?

Hünemeier: Nein, er hat sich nicht gemeldet. Aber er freut sich bestimmt. Wir hatten zuletzt leider keinen Kontakt mehr. Das letzte Mal haben wir uns gesehen, als ich mit Paderborn in der Bundesliga gegen den BVB spielte. Ich freue mich aber sehr, ihn in der neuen Saison wiederzusehen.