Rio Ferdinand
Rio Ferdinand gewann mit Manchester United insgesamt 19 Titel © Getty Images

Rio Ferdinand durchlebt nach dem Tod seiner Frau eine schlimme Zeit und bekommt selbst einfachste Dinge nicht auf die Reihe. Schuld sei der Profifußball.

Rio Ferdinand hat in einem Interview schockierende Details über sein Privatleben verraten.

Der heutige TV-Experte für den Sender BT Sport sei nach dem Tod seiner Frau im Jahr 2015 völlig hilflos gewesen. Rebecca Ellison starb vor etwa zwei Jahren nach kurzer, schwerer Krankheit mit 34 Jahren an Brustkrebs.

Anschließend fühlte er "extreme Schuld", dass seine Frau gestorben sei und nicht er selbst.

Ferdinand suchte einen Ausweg im Alkohol und stand monatelang mitten in der Nacht auf, um sich zu betrinken.

In einer Dokumentation der BBC erklärte der ehemalige Profi von Manchester United, dass er in dieser Zeit Suizid-Gedanken von Menschen plötzlich verstehen konnte. Auch mit Personen, die "dunkle Plätze" aufsuchen, sympathisierte er.

"Du weißt nicht, was du tust"

Als er eines seiner drei Kinder nach einer Panikattacke völlig aufgelöst von der Schule abholte, machte ihm dieses klar: "Mum würde das nicht tun. Du weiß wirklich nicht, was du tust."

Tatsächlich war Ferdinand in seinem Privatleben hilflos, in seiner Zeit als Fußballprofi wurde ihm schlichtweg alles abgenommen.

"Alles ist immer schon bereit für dich. Wenn du dich umziehst, schmeißt du deine Sachen einfach auf den Boden, es kommt dann jemand und räumt sie weg. Wenn deine Schuhe schmutzig sind, macht sie jemand für dich sauber und fragt: Wäre das so in Ordnung für Sie? Dann sagst du: 'Nein, die sind mir nicht sauber genug'", erinnert er sich an das Leben unter der Glocke Profifußball.

Arztbesuch überfordert Ferdinand

Die Geschehnisse im Alltag überforderten den Ex-Nationalspieler. "Ich wusste nicht mal, wie man zum Doktor geht, wenn man krank ist. Bis dahin hatte ich ja immer nur den Klubarzt gesehen", beichtet der Engländer.

Allerdings kam für Ferdinand nicht in Frage, sich professionelle Hilfe zu holen - dies würde nicht zur Machokultur des Profifußballs passen.

"Kollegen, die ihre Gefühle zeigten, waren für mich immer Schwächlinge. Wenn ich so etwas in der Kabine bemerkte, verlor ich den Respekt. Ich hasste das", erzählte er.

Nach einiger Zeit nahm er sich dann doch professionelle Hilfe, um sein Leben in den Griff zu kriegen.

Auch wegen seines Netzwerks und seiner Kinder überwand Ferdinand die schwere Zeit und befindet sich auf dem Weg der Besserung.

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