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Für diese Attacke gegen Phil Jones (r.) sah Sofian Feghouli gegen ManUnited die Rote Karte © Getty Images

Von wegen Tatsachenentscheidung! Die FA überrascht mit der Mitteilung, die Sperre gegen Sofian Feghouli nach dessen Roter Karte gegen ManUnited aufzuheben.

Der englische Fußballverband FA hat überraschenderweise die Sperre gegen Sofiane Feghouli von West Ham United zurückgenommen.

Der Algerier hatte am Montag bei der 0:2-Niederlage im Premier-League-Spiel gegen Manchester United bereits nach 15 Minuten die Rote Karte gesehen, nachdem er am gegnerischen Strafraum United-Verteidiger Phil Jones umgegrätscht hatte.

West Ham - ManUnited im Video:

Die Entscheidung hatte noch während des Spiels für Kritik von Fans und Medien gesorgt, waren doch beide Spieler relativ rustikal in Richtung Ball gegangen.

Feghouli gegen ManCity spielberechtigt

Dennoch wurde Feghouli in der Folge wegen übertriebener Härte zunächst mit einer Sperre von drei Spielen belegt, gegen die West Ham nun erfolgreich Einspruch einlegte.

Damit kann Feghouli bereits am Freitag im Heimspiel gegen Manchester City wieder für die Hammers auflaufen - im Gegensatz zu Citys Fernandinho, dessen Einspruch gegen seine Rote Karte aus dem Spiel gegen Burnley und die damit verbundene Sperre von vier Spielen abgewiesen wurde.

Die Wende bei Feghouli kommt insofern überraschend, als dass in derartigen Fällen zumindest in Deutschland meist mit einer Tatsachenentscheidung des Schiedsrichters argumentiert wird.

Erinnerungen an Fall Marco Reus

So war es unter anderem auch Mitte Dezember in der Bundesliga der Fall gewesen, als Marco Reus von Borussia Dortmund im Spiel bei der TSG Hoffenheim eine offensichtlich unberechtigte Gelb-Rote Karte gesehen hatte - und dennoch in der letzten Partie des Jahres gegen den FC Augsburg aussetzen musste.

Es habe einen "ja schon beinahe tragischen Beigeschmack", wenn ein Spieler gesperrt werde, "der nachweislich nichts getan hat", kritisierte BVB-Coach Thomas Tuchel damals.

TSG 1899 Hoffenheim v Borussia Dortmund - Bundesliga
Marco Reus sah gegen Hoffenheim Gelb-Rot - die TV-Bilder zeigten, dass er gar nicht gefoult hatte © Getty Images

Es fühle sich an, "als wirst du vom Kaufhausdetektiv beim Ladendiebstahl erwischt, und durch die Kamera stellt sich raus, du hast gar nichts geklaut, gehst dann aber trotzdem eine Woche in den Bau, weil der Detektiv halt gedacht hat, er hat's gesehen und dann ist das halt so".

Die FA hat mit dem Urteil zugunsten Feghoulis nun ein genau gegenläufiges Zeichen gesetzt.

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