München - Nach seinem perfekten Start bei Paris Saint-Germain erhält Julian Draxler Lob von allen Seiten. Kevin Trapp verrät, warum der Einstand des Nationalspielers so gut gelingt.

Julian Draxler und Paris Saint-Germain - es scheint auf Anhieb zu passen. Einen besseren Start hätte der Nationalspieler bei seinem neuen Klub jedenfalls nicht erwischen können.

Trainer Unai Emery schwärmte nach dem Traumtor gegen Stade Rennes von seinem 45-Millionen-Euro-Neuzugang, die Mitspieler dankten dem Kunstschützen und die französischen Medien überschlugen sich mit Lob. "PSG mit Draxler - das geht schnell", schrieb die Zeitung Le Parisien.

Zweites Tor im zweiten Spiel

Für den Weltmeister war der Schritt vom Werksklub VfL Wolfsburg zum Starensemble von PSG offenbar der richtige. 

Nachdem Draxler schon im französischen Pokal gegen den SC Bastia (7:0) getroffen hatte, setzte er bei seinem ersten Ligaspiel im PSG-Trikot noch einen drauf.

Mit einem sehenswerten Tor und einer auch ansonsten starken Leistung war der frühere Bundesligaprofi beim 1:0-Auswärtssieg in Rennes der umjubelte Matchwinner beim Tabellendritten.

Volles Risiko wird belohnt

"Er hat einen guten Job gemacht, ein sehr schönes Tor erzielt. Seine individuelle Klasse hilft dem Team", sagte PSG-Coach Emery. Der italienische Mittelfeldspieler Thiago Motta sagte über seinen neuen Mitspieler: "Wenn er den Ball hat, dann fühlen wir, dass er den Unterschied ausmachen kann."

Das stellte Draxler bei seinem Siegtor (39.) eindrucksvoll unter Beweis. Bei einem Konter hob er sekundenlang den Arm, er wollte unbedingt den Ball haben. Marco Verratti spielte ihn dann auch an, und Draxler schoss von der Strafraumgrenze mit vollem Risiko direkt aufs Tor.

Der raffiniert angeschnittene Ball schlug neben dem rechten Pfosten im Tor ein. 

Schul-Französisch hilft Draxler

Angel di Maria - vor eineinhalb Jahren für 63 Millionen Euro von Manchester United nach Paris gewechselt - musste die Draxler-Show von der Bank aus verfolgen. Der argentinische Star-Akteur entwickelt sich mehr und mehr zu einem der Verlierer des Draxler-Transfers.

Das neue Umfeld scheint Draxler wiederum zu beflügeln: In 13 Ligaspielen für den VfL Wolfsburg war dem Nationalspieler in dieser Saison kein einziger Treffer gelungen.

Trotz der Wellen, die sein Abgang dort geschlagen hat, kamen auch vom VfL am Sonntag lobende Töne für Draxler. Wolfsburgs Routinier Marcel Schäfer verteidigte den früheren Mitspieler im Volkswagen Doppelpass gegen den Vorwurf, ein falsches Spiel mit dem alten Klub getrieben zu haben.

"Auf der einen Seite wünscht man sich immer ehrliche, mündige Spieler", hielt Schäfer fest: "Julian hat sich offen geäußert und wurde verteufelt. Dafür kann man ihn nicht verurteilen. Er hat sich ehrlich verhalten in dieser Situation."

Beim neuen Klub empfangen sie Draxler nun mit offenen Armen.

"Er ist froh, dass er in der Schule fünf Jahre Französisch hatte", verriet sein deutscher Teamkollege Kevin Trapp. Vor allem helfen Draxler aber seine fußballerischen Fähigkeiten. "Er rennt viel, er hält den Ball, und er ist immer anspielbar", schwärmt Torhüter Trapp.

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