München - Liverpools Trainer Jürgen Klopp sieht die aktuellen Entwicklungen mit Sorge. Die Financial Fairplay-Auslegung beim Neymar-Wechsel kann er nicht nachvollziehen.

Jürgen Klopp hat sein Unverständnis über den sich anbahnenden Wechsel des brasilianischen Superstars Neymar vom FC Barcelona zu Paris Saint-Germain zum Ausdruck gebracht.

"Ich dachte eigentlich immer, Financial Fairplay wäre dafür erfunden worden, dass so etwas nicht geht, aber offensichtlich ist Financial Fairplay mehr so ein Vorschlag, als eine wirkliche Regel", sagte der Teammanager des FC Liverpool nach der Niederlage gegen Atletico Madrid (4:5 i.E.) im Finale des Audi Cup in München.

Bereits direkt nach dem Spiel hatte sich Klopp in der ARD zu der Thematik geäußert: "Als das Financial Fairplay eingeführt wurde, dachte ich, dass wäre dazu da gewesen um sowas nicht möglich zu machen. Also entweder verstehe ich nicht, was genau die Regeln da (sind) oder es gibt irgendwo ein Schlüsselloch."

Der 50-Jährige sieht auch die Machtverhältnisse im Fußball gefährdet: "Du kannst das Geld natürlich nur ausgeben, wenn der Verein einem Land gehört. Also wenn Deutschland sich hinter Bayern München stellt, könnten wir das vielleicht auch machen oder die Schweiz hinter Basel."

Nur zwei Vereine können das bezahlen

PSG ist offensichtlich gewillt, den Transfer mit einem Gesamtvolumen von angeblich einer halben Milliarde Euro abzuwickeln. 222 Millionen Euro beträgt allein die festgeschriebene Ablöse des 25-Jährigen.

"Es gibt auf der Welt zwei Vereine, die eine solche Summe zahlen können. Gut, jetzt vielleicht drei, jetzt kann es Barcelona vielleicht auch zahlen, wenn sie es nicht für etwas anderes brauchen", sagte Klopp.

Besagte zwei Vereine, "und das weiß eigentlich auch jeder", sagte Klopp, seien Manchester City und eben Paris St. Germain. Beide werden von reichen Besitzern aus Abu Dhabi beziehungsweise Katar finanziert. Er verstehe nicht und wisse nicht, wie ein solcher Transfer angesichts von Financial Fairplay möglich sei. Er hoffe auch, ergänzte Klopp, ein solcher Wechsel "wird eine Ausnahme bleiben - aber wer weiß das schon".

Spanische Liga will Beschwerde einlegen

Die spanische Liga hat bereits angekündigt, im Fall des perfekten Wechsels eine offizielle Beschwerde bei der Europäischen Fußball-Union (UEFA) einzureichen.

Liga-Boss Javier Tebas behauptet, dass PSG die Bestimmungen zum Financial Fair Play nicht einhalten kann.

Die Regeln sehen vor, dass ein Verein einen maximalen Verlust von 30 Millionen Euro innerhalb von drei Jahren verzeichnen darf.

Neymar und seine Anwälte schufen am Donnerstagabend neue Fakten und zahlten die 222 Millionen für die Ausstiegsklausel direkt beim FC Barcelona.

Weiterlesen