Gerard Pique (r.) wittert eine Verschwörung © Getty Images

München - Während es bei Real Madrid hervorragend läuft, sind die Stars des FC Barcelona frustriert. Nach der Pokal-Pleite in Bilbao wittert Gerard Pique eine Verschwörung.

von

Während in Deutschland spätestens mit Jahresbeginn wieder der Alltag einkehrt, wird es in Spanien erst richtig besinnlich. Am 6. Januar, dem Fest der Heiligen Drei Könige, findet auf der iberischen Halbinsel die traditionelle Weihnachtsbescherung statt.

Die Fußball-Fans gehen keineswegs leer aus, denn an diesem Wochenende öffnet die Primera Division nach 21-tägiger Pause wieder ihre Pforten. Zuvor lieferten bereits einige packende Pokalspiele einen Vorgeschmack auf die heiße Saisonphase - und eine Menge Diskussionsstoff. Allen voran das Duell zwischen Athletic Bilbao und dem FC Barcelona.

Etliche Fouls, Unsportlichkeiten und strittige Strafraumszenen prägten das Achtelfinal-Hinspiel im baskischen Hexenkessel San Mames. Zwei Bilbao-Spieler flogen vom Platz, Barca musste sich aber dennoch geschlagen geben.

"Wir wissen, wie das läuft"

Nach dem 1:2 kochten die Gemüter bei den Katalanen hoch. Schiedsrichter David Fernandez Borbalan geriet ins Fadenkreuz der Kritik, weil er dem Team um Weltfußballer Lionel Messi zwei mögliche Strafstöße verwehrt hatte. Barca-Hausblatt Sport bezeichnete den Auftritt des Unparteiischen als "Skandal".

"Es waren klare Elfmeter", ärgerte sich auch Barca-Verteidiger Gerard Pique. Seine Wut über Borbalan war sogar so groß, dass er zum Verschwörungstheoretiker wurde und die Rivalität zu Real Madrid anheizte: "Wir wissen schon, wie das läuft. Wir haben doch alle gesehen, was beim Spiel zwischen Real und Sevilla passiert ist."

Die Königlichen hatten beim 3:0-Heimsieg gegen die Andalusier am Vortag unberechtigterweise einen Elfmeter zugesprochen bekommen. "Wir wollen Fußball spielen und nicht Roulette. Genau das verursachen die Schiedsrichter. Ich hoffe, dass sie ihr Niveau schleunigst steigern", sagte Pique.

Frust bei Barca, Freude bei Real

Doch nicht nur die jüngsten Schiedsrichter-Entscheidungen lassen die Katalanen neidisch in die Hauptstadt blicken. Zuletzt meckerten Barcas Bosse über die Reduzierung von Reals Transfersperre. Anders als der Erzrivale hatte man seine Strafe nämlich komplett absitzen müssen.

Hinzu kommen die Gerüchte um Trainer Luis Enrique, er sei müde und wolle seinen im Sommer auslaufenden Vertrag nicht verlängern. Zu viele Störfeuer, um erfolgreich zu sein.

Dagegen könnte es bei Real kaum besser laufen. Das Starensemble um Nationalspieler Toni Kroos ist mit einem Spiel weniger Tabellenführer und seit 38 Partien ungeschlagen. Die Ausfälle einiger Leistungsträger wie Gareth Bale machen sich überhaupt nicht bemerkbar.

Zidane hat nur ein "Problem"

Kein Wunder, dass Erfolgscoach Zinedine Zidane die Aussagen von Pique am Freitag auf einer Pressekonferenz einfach weglächelte: "An solchen Debatten nehme ich nicht teil. Mich interessieren nur unsere Aufgaben."

Tatsächlich hat Zidane derzeit nur ein "Problem": Er muss Cristiano Ronaldo beibringen, auch mal die eine oder andere Pause einzulegen. Beim Pokal-Triumph unter der Woche sah der ehrgeizige Superstar 90 Minuten lang zu. "Wenn du 20 Spiele in 70 Tagen hast, musst du auch mal pausieren. Cristiano versteht das", versicherte Zidane.

Beim Liga-Comeback gegen Granada (Sa., ab 13 Uhr im LIVETICKER) darf der Europameister ohnehin wieder ran. Er soll mithelfen, den Vorsprung vor Barca zu vergrößern, das eine weitaus schwierigere Aufgabe vor der Brust hat. Die Azulgrana sind beim Tabellenvierten Villarreal (So., ab 20.45 Uhr im LIVETICKER) gefordert.

Mit Marc-Andre ter Stegen. Und mit Gerard Pique. Für das Pokal-Rückspiel gegen Bilbao droht dem Abwehrchef wegen seiner harschen Schiedsrichter-Kritik aber eine Sperre.

Weiterlesen