Sergio Ramos springt Cristiano Ronaldo und Co. zur Seite © Getty Images

Weil Real Madrids Tormaschine seit drei Spielen Sand im Getriebe hat, reagieren die verwöhnten Fans mit Pfiffen. Kapitän Sergio Ramos appelliert zur Vernunft.

Tabellenführung, Hinrunden-Meisterschaft, Spaniens Rekord der meisten ungeschlagenen Spiele in Serie - eigentlich gibt es bei Real Madrid mehr Grund zur Freude als zur Entrüstung.

Ein Großteil der erfolgsverwöhnten Fans des Champions-League-Siegers sieht das allerdings anders. (20 Uhr im TV auf SPORT1: Highlights des 19. Spieltags in La Liga - das spanische Fußball-Magazin)

Beim mühsamen 2:1-Heimsieg des Starensembles um Weltmeister Toni Kroos gegen den FC Malaga hagelte es einmal mehr Pfiffe von den Rängen. Pfiffe gegen einzelne Spieler, vor allem gegen die Superstars Cristiano Ronaldo und Karim Benzema.

Denn: Das Gebotene auf dem Rasen war nicht spektakulär, die Torausbeute trotz vieler Chancen nicht gut genug.

Jüngste zwei Niederlagen sorgen für Unmut

Zum Unmut der Zuschauer trugen auch die beiden vorherigen Auftritte, zwei 1:2-Niederlagen binnen vier Tagen, bei. Schließlich ist der königlichen Anhang nicht (mehr) damit vertraut, sein Team verlieren zu sehen.

Reals unglaubliche Serie von 40 ungeschlagenen Spielen am Stück war Mitte Januar gegen Meisterschaftskonkurrent Sevilla gerissen. Kurz darauf folgte eine Heimpleite im Viertelfinal-Hinspiel des spanischen Pokals gegen Celta Vigo.

Im Rückspiel am Mittwoch (ab 21.15 Uhr im LIVETICKER) sind die Madrilenen also auf eine Aufholjagd angewiesen. Die Stimmung innerhalb des Teams könnte vor der bisher wichtigsten Aufgabe des Jahres jedoch weitaus besser sein - auch wegen der harschen Fan-Kritik.

Ramos wirbt um Zuneigung der Fans

"Wir respektieren unsere Fans, aber in schwierigen Zeiten braucht man Zuneigung - und nicht noch mehr Ohrfeigen und Schläge", appelliert Kapitän und Abwehrchef Sergio Ramos, der Malaga mit einem Doppelpack erlegt hatte, an die Vernunft der Anhänger.

Sogar der sonst so ruhige und besonnene Zinedine Zidane meint kritisch: "Die Pfiffe sind nichts Neues für uns. Es ist nachvollziehbar, dass die Fans mehr sehen wollen, denn sie bezahlen Eintritt. Aber die Spieler und auch der Trainer brauchen manchmal ein bisschen Zuneigung."

Zidane hat aber ein noch größeres internes Problem: Sein Lazarett wird immer größer.

Sechs Leistungsträger verletzt

Neben den Offensiv-Stars Gareth Bale (Sprunggelenk) und James Rodriguez (Wadenprobleme), Rechtsverteidiger Dani Carvajal (Oberschenkelzerrung) und Abwehr-Routinier Pepe (Wadenverletzung) fallen mit Luka Modric und Marcelo nun auch noch zwei weitere Leistungsträger mit muskulären Problemen aus. 

Und: Weltfußballer Cristiano Ronaldo beendete das Duell mit Malaga ebenfalls angeschlagen.

"Die Verletzungen machen mir Sorgen", so Zidane. Er weiß, dass ihm schwierige Wochen bevorstehen. Womöglich die schwierigsten seiner noch jungen Trainer-Laufbahn.

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