München - Der Mega-Deal von Neymar ist in trockenen Tüchern. Die UEFA schaut nun mit Argusaugen auf den Transfer. Ein Sprecher erklärt bei SPORT1 die Gründe.

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Der Mega-Transfer von Superstar Neymar vom FC Barcelona zu Paris Saint-Germain ruft auch die Europäische Fußball-Union (UEFA) auf den Plan.

Es wird überprüft, ob der französische Spitzenklub dabei die Regeln des Financial Fair Play (FFP) einhält. 

Die UEFA konnte den Transfer zwar nicht verhindern, dürfte aber eigene Sanktionen durchsetzen. Heißt konkret: Den Klub mit einer Transfersperre belegen.

Die Ermittlungen können allerdings erst beginnen, wenn der Transfer über die Bühne gegangen ist. Eine Transfersperre würde entsprechend auch erst für eine der kommenden Transferperioden verhängt werden.

"Alle Klubs in Europa müssen die Fair-Play-Regeln berücksichtigen und müssen nachweisen, dass sie über drei Jahre keine Verluste von mehr als 30 Millionen Euro haben", erklärt ein Sprecher der UEFA im Gespräch mit SPORT1.

Neymar bezahlt 222 Mio. für Ausstiegsklausel jetzt selbst

"Im Rahmen der kontinuierlichen Überwachung der Vereine bezüglich der finanziellen Spielregelungen wird die UEFA die Details dieser Transaktion zu gegebener Zeit untersuchen, um sicherzustellen, dass PSG den Financial-Fair-Play-Anforderungen entspricht", stellte der Vertreter klar.

Neymar wechselt für die festgeschriebene Ablösesumme von 222 Millionen Euro nach Paris. Der Brasilianer unterzeichnete am Donnerstagabend einen Fünfjahresvertrag. Angeblich bekommt er ein Jahresgehalt von 30 Millionen Euro netto.

Zuvor hatte der FC Barcelona bekannt gegeben, dass Neymars Anwälte im Büro der Katalanen vorstellig geworden waren und die geforderte Abslösesumme von 222 Millionen Euro bezahlt hatten, nachdem sich die spanische Liga quer gestellt hatte.

Auf dem Papier sind damit Regeln des FFP berücksichtigt - zunächst. Denn die Geldflüsse zwischen Neymar und PSG dürften jetzt erst recht mit Argusaugen beobachtet werden.

Denn sollten die 222 Millionen über diverse Kanäle doch zurück auf Neymars Konten fließen, würde es eng. 

"Regeln respektieren"

Denn was in den Augen der UEFA nicht geht, sind sämtliche Finanzkonstruktionen, bei denen am Ende ein Dritter die Ablösesumme bezahlt. So darf weder der PSG-Besitzer Nasser Ghanim Al-Khelaifi aus eigener Tasche noch ein Sponsor den Deal bezahlen.  

In Artikel 72 der FFP-Regeln steht eindeutig: "Die UEFA-Finanzkommission behält jederzeit die übergeordneten Ziele dieser Vorschriften im Auge, insbesondere soll jeder Versuch, diese Ziele zu umgehen, zunichte gemacht werden."

Sollte PSG die 222 Millionen nun auf offiziellem Wege an den Brasilianer zurücküberweisen, täte sich ein neues Problem in Sachen Financial Fair Play auf: Damit müsste, laut Reglement, auch der Neymar-Transfer offiziell in den Bilanzen von PSG verbucht werden - und durch die Einnahmen des Klubs über drei Jahre gedeckt werden. 

Erfüllt PSG die Anforderungen?

"Der Transfer von Neymar zu PSG wird sich auf die Klubfinanzen über mehrere Jahre auswirken", glaubt auch die UEFA, allerdings könnten die Auswirkungen einer "solchen Operation nicht im Voraus beurteilt werden".

Denn solange das Transferfenster geöffnet ist, kann Paris seine Bilanz noch aufbessern, "vor allem, da PSG viele Spieler für einen erheblichen Betrag verkaufen könnte", so der Verbandssprecher.

Tatsächlich werden mit Julian Draxler, Angel Di Maria und Edinson Cavani schon mehrere Personalien gehandelt. Auch Marco Verratti, an dem der FC Barcelona schon länger großes Interesse zeigt, wäre ein Verkaufskandidat.

Es bleibt also spannend im Wechsel-Schauspiel um Neymar und PSG.

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