Real Madrid gewinnt dank eines knappen Sieges über Manchester United erneut den Supercup. Toni Kroos und Co. wiederholen damit ihren Triumph aus dem Vorjahr.

Nächster Titel für Weltmeister Toni Kroos und das Star-Ensemble von Real Madrid: Nach dem Triumph in der Champions League wiederholte der spanische Rekordmeister auch seinen Erfolg im europäischen Supercup.

In der mazedonischen Hauptstadt Skopje setzten sich die Königlichen gegen Europa-League-Sieger Manchester United mit 2:1 (1:0) durch.

"Das war mit Abstand das beste Match unserer Vorbereitung", sagte Kroos im ZDF: "75 Minuten waren hervorragend, am Ende wurde es nochmal eng, da hatte United auch zwei, drei Chancen. Manchester war ein guter Gegner, aber insgesamt haben wir verdient gewonnen."

Die erfolgreiche Titelverteidigung war seit der Premiere des Wettbewerbs vor 44 Jahren nur dem AC Mailand 1990 gelungen. Real triumphierte nach 2002, 2014 und 2016 zum vierten Mal.

Ronaldo 82 Minuten auf der Bank

Casemiro (24.) und Isco (52.) trafen vor 35.000 Zuschauern bei tropischen Temperaturen von über 30 Grad, Romelu Lukaku (62.) gelang nur noch der Anschluss. Weltfußballer Cristiano Ronaldo, der erst drei Tage vor der Partie seine Sommerpause beendet hatte, blieb bis zur 82. Minute auf der Bank.

Trainer Zinédine Zidane hatte bis auf den portugiesischen Superstar die gleiche Elf wie im Champions-League-Finale gegen Juventus Turin (4:1) aufgeboten. Für Ronaldo spielte der Waliser Gareth Bale, der in der Endphase der vergangenen Saison zumeist nur Ersatz gewesen war. Uniteds Teammanager Jose Mourinho vertraute gegen seinen Ex-Klub auf die millionenschweren Neuzugänge Victor Lindelöf, Nemanja Matic und Lukaku.

Weite Strecken der Partie gehörten jedoch einzig und allein Real Madrid: eingespielt, passsicher, zielstrebig. Bale (3.) hatte frei am Fünfmeterraum die erste Chance des Spiels. Casemiro (16.) traf per Kopf nur die Latte und verzog zwei Minuten später aus 17 Metern knapp, ehe er einen weiten Pass des früheren Leverkuseners Daniel Carvajal direkt verwandelte.

Regisseur Kroos überzeugt

Kroos und Luca Modric zogen im Mittelfeld die Fäden, als hätte es die Sommerpause nicht gegeben. Karim Benzema (43.) scheiterte knapp an Torwart David de Gea.

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Toni Kroos (l.) gewann mit Real Madrid zum zweiten Mal in Folge den Supercup © Getty Images

"Real Madrid ist ein Klub, der immer hungrig auf Pokale ist", hatte Zidane vor dem Anpfiff gesagt und damit einen Schlussstrich unter die schwache Vorbereitung gezogen. Die lange USA-Reise endete ohne Sieg, abgesehen vom ebenfalls kaum überzeugenden Erfolg im Elfmeterschießen gegen eine MLS-Auswahl. Gegen United unterlag Real im kalifornischen Santa Clara im Elfmeterschießen.

Lukaku sorgt für Spannung

In Skopje präsentierten sich die Madrilenen wieder in deutlich besserer Verfassung, auch wenn sie noch elf Tage Zeit bis zum Saisonstart der Primera Division hatten. Am 19. August startet der Meister bei Deportivo La Coruna ins nächste Projekt "Titelverteidigung", Manchester empfängt in seinem Auftaktmatch der Premier League bereits am kommenden Sonntag West Ham United.

Vor Selbstvertrauen strotzte die Mourinho-Elf trotz des versöhnlichen Saisonabschlusses mit dem Finalsieg in der Europa League gegen Ajax Amsterdam (2:0) gegen Madrid jedoch nicht. Zwei Minuten nach dem Treffer von Isco vergaben Paul Pogba und Lukaku jeweils völlig freistehend die Doppelchance zum Anschluss.

Erst der Lattentreffer von Bale wirkte wie ein Weckruf, Lukaku brachte nach einem Fehler von Real-Keeper Keylor Navas zumindest wieder Spannung ins Spiel. Der zur Halbzeit eingewechselte Youngster Marcus Rashford (81.) verpasste die große Chance zum Ausgleich. 

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