Haji Safi, FSV Frankfurt v 1860 Muenchen  - 2. Bundesliga
Haji Safi stand in der Saison 2015/16 beim FSV Frankfurt unter Vertrag. © Getty Images

"Die beiden Spieler haben die rote Linie überschritten". Ein Spiel gegen Tel Aviv war der Auslöser. Zwei iranische Spieler fliegen aus dem Nationalteam.

Der iranische Fußballverband FFIRI hat zwei Nationalspieler nach Einsätzen mit ihrem Klub gegen einen israelischen Verein aus der Auswahlmannschaft geworfen. Wie das iranische Sportministerium am Donnerstag mitteilte, sei für den bisherigen Kapitän Masoud Shojaei (33) und dessen Mittelfeldkollegen Ehsan Haji Safi (27) "kein Platz mehr" im Auswahlteam, nachdem sie in der Vorwoche mit ihrem griechischen Klub Panionios Athen gegen Maccabi Tel Aviv in der Europa-League-Qualifikation aufgelaufen waren.

"Die beiden Spieler haben die rote Linie überschritten und wurden daher aus der Nationalmannschaft ausgeschlossen", teilte der stellvertretende Sportminister Mohamed Resa Dawarsani mit: "Sie mögen einen Vertrag mit ihrem Verein haben und werden dafür bezahlt. Aber gegen den Vertreter eines abscheulichen Regimes zu spielen - das ist für das iranische Volk nicht akzeptabel."

Shojaei und Haji Safi hatten ihre Einsätze im Hinspiel auf israelischem Boden (0:1) verweigert, obwohl Panionios den Iranern mit Geldstrafen gedroht hatte. Im Rückspiel in Athen, das ebenfalls 0:1 verloren wurde, liefen Shojaei und Safi allerdings auf.

Prominente iranische Fußballer, darunter der frühere Bayern-Profi Ali Karimi, unterstützen ihre Kollegen öffentlich. Ali Kafashian, Vizepräsident des iranischen Verbandes, hatte die Spieler dazu aufgerufen, an ihrer Weigerung gegen einen Einsatz festzuhalten, "selbst wenn ihre Verträge gekündigt werden".

Außenministerin unterstützt Ex-Frankfurter

Das israelische Außenministerim hingegen lobte Shojaei und Haji Safi, der in der Saison 2015/16 beim FSV Frankfurt unter Vertrag gestanden hatte, für ihre Einsätze.

Wegen der politischen Spannungen mit Israel verbietet Teheran seit knapp 40 Jahren sportliche Vergleiche mit Israel.

Der Iran hatte sich im Juni als zweite Mannschaft nach Rekordweltmeister Brasilien sportlich für die WM 2018 in Russland qualifiziert. Gemäß Artikel 3 der FIFA-Statuten, wonach "jegliche Diskriminierung eines Landes, einer Einzelperson oder von Personengruppen aufgrund von ethnischer Herkunft, Geschlecht, Sprache, Religion, Politik oder aus einem anderen Grund ist unter Androhung der Suspendierung und des Ausschlusses verboten" ist, könnten dem iranischen Fußball nun Sanktionen durch den Weltverband drohen.

Weiterlesen