Oliver Bierhoff glaubt, dass eine Regeländerung den Fußball deutlich attraktiver machen könnte. Der DFB-Manager plädiert für eine Testphase und regt weitere Neuerungen an.

Oliver Bierhoff steht der Abschaffung der Abseits-Regel deutlich offener gegenüber als viele andere Größen der Fußball-Szene.

Der Manager der deutschen Nationalmannschaft erklärte nach einem Gespräch mit FIFA-Sportdirektor Marco van Basten, der die Idee erstmals vorgebracht hatte, dass er sich über eine Regeländerung freuen würde. "Wenn man nur mal sieht, wie positiv sich trotz der anfänglichen Skepsis die Rückpass-Regel aufs Spiel ausgewirkt hat. Warum also sollte nicht auch der Wegfall der Abseitsregel das Spiel attraktiver machen?" sagte Bierhoff in der Sport Bild

Bierhoff auch für Time-outs

"Zahlreiche Spiele ähneln heute dem Handball mit vielen defensiven Spielern um den Strafraum. Ich schätze die große Tradition, die der Fußball hat, das ist ein Wert. Er darf aber nicht dazu führen, per se nicht mehr offen für neue Ideen zu sein", erklärte der 48-Jährige. 

Der DFB-Manager plädiert für eine Testphase und spricht sich auch für Time-outs aus. Diese würden dem Trainer wie im Handball oder im Basketball viel mehr Möglichkeiten zur Einflussnahme geben. 

Weniger Länderspielblöcke?

Bisher war van Basten mit seinem Vorstoß auf wenig Gegenliebe gestoßen. Bayern Münchens Trainer Carlo Ancelotti fürchtet bei einer solchen Maßnahme "einen anderen Sport", RB Leipzigs Trainer Ralph Hasenhüttl hatte von einem Fehler gesprochen. Auch Arsene Wenger (FC Arsenal) hatte deutlich gemacht, dass er an dieser Neuerung "kein großes Interesse" habe. 

Den von Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge ins Spiel gebrachten Vorschlag, in Zukunft pro Jahr statt vier Länderspielblöcke nur noch zwei - dafür aber längere Einheiten - zu haben, sah Bierhoff skeptisch. Bundestrainer Joachim Löw könnte in den längeren Blöcken zwar intensiver mit der Mannschaft arbeiten. "Andererseits hat es auch seinen Charme, wenn unsere Fans über das ganze Jahr verteilt und nicht nur innerhalb von zwei Zeiträumen die Nationalmannschaft erleben können", so Bierhoff. 

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