Rouen - Nach Silvio Heinevetters starkem Auftritt gegen Ungarn reagiert Andreas Wolff angespannt auf Nachfragen. Spornen sich die beiden zu Höchstleistungen an?

60 lange Minuten schaute EM-Held Andreas Wolff beim Auftakt der deutschen Handballer bei der Weltmeisterschaft in Frankreich gegen Ungarn von der Bank aus zu.

Und er musste anerkennen, dass Bundestrainer Dagur Sigurdsson mit der Aufstellung Silvio Heinevetters im deutschen Tor alles richtig gemacht hatte.

Die nackten Zahlen von 14 parierten Bällen und einer Quote von 39 Prozent spiegeln nur zum Teil wider, wie stark der Berliner wirklich war. Und Wolff? Erhob sich bei den Paraden seines Mitstreiters immer wieder von der Bank, ballte die Faust, zeigte sich als Teamplayer.

Wolff präsentiert sich als Teamplayer

Besonders heiß sich zu beweisen sei er wegen der Gala Heinevetters nun nicht, erklärte der Kieler tags darauf.

"Warum sollte mich das anstacheln? Wir haben mit der deutschen Nationalmannschaft das erste Spiel gewonnen und wollen hier Weltmeister werden. Und wenn wir zwei Punkte haben, ist die Welt in Ordnung", sagte er zu SPORT1. Aber ob er nicht spielen wolle? Kompakte Antwort: "Das ist glaube ich keine Frage für einen Profisportler."

Und er wird seine Spielzeit bekommen, das Turnier ist schließlich noch lang. "Heinevetter hat eine absolute Benchmark gesetzt und ist großartig ins Turnier gestartet", schreibt Stefan Kretzschmar in seiner SPORT1-Kolumne.

Keine klare Nummer 1 und 2

Er glaube jedoch, "dass Andreas Wolff im Turnierverlauf noch wichtig werden wird. Ich kann mir sogar vorstellen, dass er im nächsten Spiel beginnen wird. Auf der Torhüterposition sind wir einfach sehr gut besetzt. Da gibt es keine klare Nummer 1 und 2."

Und auch Bob Hanning sagte: "Silvio hat seine guten Leistungen bei den Füchsen und dann auch in der Vorbereitung bestätigt. Aber wir wissen, dass wir zwei überragende Torhüter haben und auch brauchen."

Fakt ist: Heinevetter, der bei der EM im letzten Jahr nicht nominiert worden war, ist wieder voll da.

Dass Wolffs steiler Aufstieg ihn als Motivationshilfe beeinflusst habe, bestritt er im Gespräch mit SPORT1: "Ich habe genug Ansporn, mich selber reinzuhängen und Leistung zu bringen. Aber natürlich: Ein bisschen Konkurrenzgedanke ist immer leistungsfördernd."

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