Julius Kühn (M.)
Julius Kühn (M.) im Testspiel gegen Österreich © Getty Images

München - Die besten Nationalteams der Welt kämpfen um den Titel in Frankreich (im LIVETICKER). SPORT1 beantwortet die wichtigsten Fragen zum Turnier.

- Wie ist der Modus?

Die 25. Handball-WM läuft vom 11. bis zum 29. Januar in Frankreich. Die 24 qualifizierten Teams spielen zunächst in vier Vorrunden-Gruppen zu je sechs Mannschaften. (Die Tabellen im Überblick)

Die jeweils besten vier Teams ziehen ins Achtelfinale ein, die zwei Letzten der Gruppe dürfen im "President's Cup" um die Platzierungen spielen.

Im K.o.-Modus wird ab dem Achtelfinale bis zum Finale hin entschieden, wer sich Handball-Weltmeister 2017 nennen darf. Dabei treffen jeweils die Gruppensieger auf einen Gruppen-Vierten und die Zweiten auf einen Dritten einer anderen Gruppe.

Deutschland aus der Gruppe C würde im Achtelfinale auf ein Team aus der Gruppe D treffen. (Ergebnisse und Spielplan)

Die Gewinner der Viertelfinals kämpfen um die Medaillen, die Verlierer spielen noch um die Platzierungen fünf bis acht. Diese Spiele sind jedoch nicht komplett ohne Wert, da es hier noch darum geht, sich für weitere Turniere zu qualifizieren.

Sollte eine Partie der K.o.-Phase nach regulärer Spielzeit unentschieden enden, findet eine Verlängerung von zwei Mal fünf Minuten statt. Ist auch dann noch kein Sieger ermittelt, wird eine zweite Verlängerung mit gleicher Spielzeit absolviert.

Endet auch die zweite Verlängerung mit einem Unentschieden, muss ein Siebenmeter-Werfen über den Sieger der Partie entscheiden.

- Wer sind die Favoriten?

Der heißeste Siegesanwärter ist Titelverteidiger und Gastgeber Frankreich.

"Für mich sind sie der ganz große Favorit - von dem aber auch nicht weniger als der Titel erwartet wird im eigenen Land", sagte DHB-Kapitän Uwe Gensheimer, dessen Einsatz bei der WM nach dem Tod seines Vaters fraglich ist.

Allerdings sind die Topstars Daniel Narcisse (37 Jahre) und Nikola Karabatic (32) nicht mehr die Jüngsten.

Auch Olympiasieger Dänemark und Spanien werden Chancen eingeräumt - und natürlich Deutschland. Katar wird kaum an den Coup von vor zwei Jahren anknüpfen können, als man im eigenen Land sensationell Silber holte.

- Wie stehen Deutschlands Chancen?

Als Europameister und Olympia-Dritter gehört auch die Mannschaft von Dagur Sigurdsson zum Favoritenkreis.

"Wir fahren nach Frankreich und wollen erst einmal gut durch die Vorrunde kommen. Aber natürlich ist es ein Ziel, die Goldmedaille zu gewinnen", sagte Steffen Fäth mutig.

Sigurdsson sieht seine Mannschaft unter den Top Sechs der Welt, nicht wenige Experten zählen die DHB-Auswahl aber neben Frankreich und Dänemark zu den heißesten Titelkandidaten.

Durch den bevorstehenden Abschied von Sigurdsson gibt es eine Extra-Motivation, trotz einiger Ausfälle ist die DHB-Auswahl stark genug für einen erneuten Coup. Das Torhüter-Duo Andreas Wolff und Silvio Heinevetter ist in Top-Form.

- Wer sind die Stars?

Neben den bereits angesprochenen Karabatic und Narcisse ist der Däne Mikkel Hansen einer der Top-Stars der WM. Hansens Nationalmannschaftskollege Niklas Landin (Kiel) ist einer der besten Keeper der Welt.

Mikkel Hansen (l.) und Niklas Landin führen die Dänen an
Mikkel Hansen (l.) und Niklas Landin führen die Dänen an © Getty Images

Für Kroatien spielt der Kieler Domagoj Duvnjak, auch Altstar Laszlo Nagy (Ungarn) ist am Start. Der Olympia-Toptorschütze Karol Bielecki fehlt Polen nach seinem Rücktritt. Aus deutscher Sicht sind der auf der Kippe stehende Gensheimer und die Torhüter Wolff und Heinevetter zu nennen.

- Was ist besonders?

Zum zweiten Mal in der Geschichte wird der Videobeweis eingesetzt. Bereits bei der WM 2015 wurde die Technik erstmals getestet. Bei der Frauen-WM 2015 wurde der Einsatz aus technischen Gründen abgebrochen.

Nun kommt in Frankreich ein neues System zum Einsatz. Die Schiedsrichter können den Videobeweis zum Beispiel einsetzen, um zu schauen, ob ein Ball im Tor war oder nicht.

- Wer überträgt die Spiele?

Die Partien der Handball-WM sind aufgrund gescheitert Verhandlungen zahlreicher TV-Sender nicht im klassischen Fernsehen zu sehen.

Auch einige Streaming-Plattformen zogen zurück. In letzter Minute sicherte sich Handball-Sponsor DKB die Übertragungsrechte.

Die DKB zeigt die Spiele der deutschen Nationalmannschaft sowie ausgewählte Topspiele im kostenlosen Livestream im Internet auf der Seite handball.dkb.de.

SPORT1 begleitet sämtliche Spiele des Turniers im LIVETICKER.

Weiterlesen