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Tobias Reichmann will mit den Bad Boys eine WM-Medaille © Getty Images

Für die Europameister beginnt die Vorbereitung auf die WM 2017. Dem scheidenden Bundestrainer Sigurdsson fehlen vier Leistungsträger. Trotzdem versprüht er Optimismus.

Die Spieler fielen sich bei der Begrüßung herzlich in die Arme, der scheidende Bundestrainer Dagur Sigurdsson lächelte die Verletzungssorgen einfach weg.

Die Stimmung bei den deutschen Handballern zu Beginn der heißen Phase der WM-Vorbereitung hätte besser kaum sein können, das Selbstvertrauen ist nach dem Gewinn des EM-Titels und Olympia-Bronze gewaltig gewachsen.

Wolff: "Potenzial, Weltmeister zu werden"

"Diese Mannschaft hat das Potenzial, Weltmeister zu werden", sagte Torhüter Andreas Wolff. "Mein Ziel ist Platz eins." Tobias Reichmann geht ebenfalls mit hohen Erwartungen in die WM in Frankreich (11. bis 29. Januar). "Wenn wir daran anknüpfen, wo wir aufgehört haben, können wir um die Medaillen mitspielen. Wir sind hungrig", sagte der Rechtsaußen.

Angesichts der kurzen Vorbereitungszeit hat Sigurdsson seine Spieler noch vor dem Jahreswechsel zu einem dreitägigen Trainingslager im SportCentrum Kamen-Kaiserau zusammengezogen. Abwehrchef Finn Lemke konnte aufgrund von Rückenproblemen am Mittwoch allerdings noch nicht trainieren.

Vier Stammkräfte fehlen

Von besinnlichen Tagen kurz vor Silvester kann in Kamen keine Rede sein. "Wir werden unser Spielsystem auffrischen und etwas Richtung Athletik machen. Da bleibt Anfang Januar nicht mehr viel Zeit für. Daher werden wir jetzt etwas Gas geben", sagte Sigurdsson, der nach der WM nach Japan wechseln wird.

Seine letzte Aufgabe beim Deutschen Handballbund (DHB) geht der Isländer gewohnt optimistisch und gut gelaunt an, auch wenn er auf die Rückraumspieler Steffen Weinhold, Fabian Wiede, Christian Dissinger und Martin Strobel verzichten muss.

Sigurdsson sieht in seinem vorläufigen 18er-Kader, den er noch auf 16 Spieler reduzieren muss, genug Qualität: "Oft waren wir schlechter besetzt. Deswegen mache ich mir keine großen Sorgen. Die Ausfälle sind kein Neuland für uns, das ist Realität."

Testspiele gegen Rumänien und Österreicher

Mit der gestiegenen Erwartungshaltung an sein Team geht der 43-Jährige locker um. "Wir machen uns keinen großen Kopf. Wir sind natürlich mehr in die Favoritenrolle reingerutscht. Das ist auch gut so", sagte Sigurdsson, der die gute Stimmung bei den "Bad Boys" hervorhob: "Wir sind gut drauf, die Jungs haben Spaß."

Nach einer kurzen Pause über den Jahreswechsel wird sich die DHB-Auswahl am 2. Januar erneut in Kamen treffen. In den Länderspielen gegen Rumänien (3. Januar) in Krefeld und gegen Österreich (9. Januar) in Kassel wollen sich die deutschen Handballer dann endgültig in WM-Form bringen.

WM-Auftakt gegen Ungarn

In Frankreich trifft der Weltmeister von 2007 in der Vorrunde auf Ungarn (13. Januar), Chile (15. Januar), Saudi-Arabien (17. Januar), Weißrussland (18. Januar) und Kroatien (20. Januar). "Da muss man erst einmal durchkommen. Da dürfen wir uns keine Aussetzer erlauben", sagte Sigurdsson. Die besten vier Mannschaften erreichen das Achtelfinale, aber der Europameister will mehr.

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