Frauen Handball – WM

Die Handball-Weltmeisterschaft der Frauen ist neben dem Handball-Wettbewerb der Olympischen Spiele das bedeutsamste internationale Turnier der Handballerinnen. Seit 1949 und damit etwa zehn Jahre nach den Herren wird die Weltmeisterschaft ausgetragen. Damals zuerst als Feldhandball, wurde schnell zu den Kleinfeldregeln und ab 1964 auch in die Halle gewechselt.

Das Turnier 1957 in Jugoslawien zählt trotzdem als erste Austragung des Turniers, obwohl noch nicht in der Halle, dafür aber mit den Kleinfeldregeln gespielt wurde, mit denen auch der Hallenhandball abläuft. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde der Wettbewerb bis 1993 in unregelmäßigen Abständen ausgetragen. Seitdem findet das Rundenturnier mit K.-O.-System ab dem Achtelfinale regelmäßig alle zwei Jahre statt.

Im Regelwerk unterscheidet sich der Handball der Frauen nicht von den Regeln der männlichen Kollegen. Einzig der Spielball der Damen (Größe II) ist kleiner, als der Männer-Ball der Größe III.

Die Geschichte der Handball WM der Frauen

Lange bestimmten die Russinnen das Geschehen auf der Weltbühne des Frauen-Handballs. Mit drei Titelgewinnen hintereinander von 1982 bis 1990 und weiteren drei Titeln innerhalb von vier Jahren zwischen 2001 und 2009 sind die Osteuropäerinnen Rekordweltmeisterinnen mit 7 Titelgewinnen. Mit drei Titeln seit 1999 und als amtierende Welt- und Europameister kommt die dominierende Nation derzeit jedoch aus Norwegen.

Die erfolgreichsten deutschen Jahre auf internationaler Ebene liegen schon etwas zurück. In den 1970er Jahren gewann die DDR drei der vier deutschen Weltmeistertitel. Der erste gesamtdeutsche Erfolg wurde 1993 im Finale gegen Dänemark eingefahren, die jüngst die Olympischen Spiele in Rio gewannen.

2017 wird die WM-Endrunde in Deutschland ausgetragen. Auch die drei nächsten Turniere stehen schon fest: 2019 wird in Japan gespielt, 2021 in Spanien und 2023 teilen sich Dänemark, Norwegen und Schweden die Austragung der Weltmeisterschaften.

Die Qualifikation

Von 1977 bis 1992 wurde die Qualifikation für die Weltmeisterschaften in einer Art Liga-System ausgespielt. Dabei fanden versetzt B- und C-Weltmeisterschaften statt, bei denen die ersten und letzten beiden Teams jeweils auf- oder absteigen konnten.

Aktuell können sich die teilnehmenden Nationen je nach Kontinentalverband qualifizieren. In Afrika, Asien und Panamerika dürfen jeweils die drei Erstplatzierten der dortigen Kontinentalmeisterschaften am internationalen Turnier teilnehmen.

In Europa qualifizieren sich die drei bestplatzierten Teams der Europameisterschaften, dazu spielen die nächsten neun Platzierten eine Playoff-Runde mit neun weiteren Teams, die sich davon in einem Gruppensystem qualifizieren. Der Gastgeber und die amtierenden Weltmeisterinnen sind genauso gesetzt, außerdem darf der ausrichtende Verband IHF in besonderen Fällen Wildcards vergeben.

Frauen Handball WM 2017 in Deutschland

Deutschland ist der Ausrichter für die 23. IHF Handball Weltmeisterschaften der Frauen. Vom 1. bis zum 17. Dezember 2017 werden in Bietigheim-Bissingen, Trier, Leipzig, Oldenburg, Magdeburg und Hamburg insgesamt 84 Partien ausgetragen. Die Barclaycard Arena in Hamburg ist dabei der Austragungsort für die Finalrunde bestehend aus Halbfinale, Spiel um Platz drei und Finale.

Die deutsche Mannschaft von Bundestrainer Michael Biegler hat mit Gruppe D eine machbare Aufgabe erwischt. Glücksfee und Rekord-Nationalspielerin Grit Jurack loste den Deutschen die Niederlande, Südkorea, Serbien, China und Kamerun zu. Die größte Herausforderung für die Spiele in Leipzig sollte die Niederlande darstellen.

Insgesamt treten 24 Mannschaften aus Europa Asien, Afrika und Südamerika in vier Gruppen um den Titel an. Titelverteidiger und gleichzeitig auch amtierender Europameister sind die Frauen aus Norwegen. Rekordweltmeister Russland qualifizierte sich erst über die Playoffs. Erst die zweite Teilnahme ist es für die Mannschaft aus Kamerun.

TV-Blackouts

Wie schon die beiden WM-Endrunden der Männer 2015 und 2017 droht der Frauen-WM 2017 ein TV-Blackout im deutschen Fernsehen. Wegen anhaltender Differenzen zwischen deutschen Sendeanstalten und dem weltweiten TV-Rechteinhaber beIN SPORTS aus Katar ist eine Übertragung im deutschen Fernsehen noch offen.

2017 war beim Turnier der Männer kurzfristig die DKB mit einem Internet-Livestream eingesprungen. Ob der Sponsor wieder überträgt oder ein anderer Anbieter die Sub-Rechte bis Dezember erwirbt ist noch unklar.