Der THW Kiel bleibt in der DKB HBL dem Spitzenduo auf den Fersen. In Hannover legt ein 9:0-Lauf den Grundstein zum Auswärtssieg.

Der THW Kiel hat seine kleine Chance auf den Gewinn der deutschen Meisterschaft gewahrt. Zwischen den beiden Champions-League-Achtelfinalspielen gegen die Rhein-Neckar Löwen setze sich der Rekordmeister am Sonntag in der DKB HBL mit 27:26 (13:12) bei der TSV Hannover-Burgdorf durch. 

Durch den Sieg verbesserte sich Kiel in der Tabelle mit 40:8 Punkten auf Platz zwei hinter Tabellenführer SG Flensburg-Handewitt (42:4). Die drittplatzierten Rhein-Neckar Löwen (39:5) haben jedoch zwei Spiele weniger als der THW ausgetragen (SERVICE: Die Tabelle).

In der TUI Arena kamen die Niedersachsen vor 9000 Zuschauern gegen die durch die Ausfälle von Domogoj Duvnjak, Steffen Weinhold und Rene Toft Hansen ersatzgeschwächten "Zebras" zunächst zu vielen einfachen Treffern und konnten die Angriffe der Gäste recht erfolgreich verteidigen. Dementsprechend war die 12:8-Führung in der 24. Minuten durchaus verdient. Aufseiten der Kieler erreichte bis dahin nur Torwart Andreas Wolff Normalform. 

Ladehemmung vor der Pause

Der Treffer zum 12:8 durch Maik Patrail sollte aber für längere Zeit der letzte für die "Recken" sein. In den letzten sechs Minuten der ersten Halbzeit verspielte die TSV eine wunderbare Ausgangslage, lag zur Pause mit 12:13 gegen den THW Kiel hinten.

Auch nach der Pause änderte sich zunächst nichts am Spielverlauf. Ilija Brozovic schloss einen pausenübergreifenden 9:0-Lauf zum 17:12 für das Team von Trainer Alfred Gislason ab.

"Wir haben vorne die Geduld und dann komplett unseren Rhythmus verloren" sagte TSV-Trainer Jens Bürkle nach der Partie im Gespräch mit SPORT1 zu den Gründen für den 15-minütigen Blackout der Gastgeber.

Nach zwei Treffern von Marko Vujin zum 20:14 schien die Partie in der 42. Spielminute früh für den THW entschieden. Die Kieler ließen es durch eigene Fehler jedoch noch zu, dass Hannover-Burgdorf wieder in Schlagdistanz kam. 

Moral wird nicht belohnt

75 Sekunden vor dem Ende verkürzte Fabian Böhm auf 26:27 für die starke Moral zeigenden "Recken". Im nächsten Angriff wehrte TSV-Keeper Jendrik Meyer einen Wurf von THW-Kreisläufer Patrick Wienczek spektakulär ab, doch das Heimteam verpasste einen Abschluss und musste die sechste Niederlage in Folge einstecken.

"Heute war unsere Schwächephase zu lang. Deshalb ist Hannover noch einmal herangekommen. Wir glauben noch an den Titel. Wir spielen, um zu gewinnen", sagte THW-Rechtsaußen Niclas Ekberg bei SPORT1.

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