München - Nach den Erfolgen bei Confed Cup und U-21 EM hat Joachim Löw mit Blick auf den WM-Kader 2018 die Qual der Wahl. SPORT1 bewertet die Chancen der Kandidaten.

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In nicht einmal einem Jahr beginnt am 14. Juni 2018 die Fußball-WM in Russland.

Spätestens seit den Erfolgen beim FIFA Confederations Cup und bei der UEFA U-21 EM in Polen hat Bundestrainer Joachim Löw einen schier unerschöpflichen Pool an möglichen WM-Kandidaten.

Aber: Ein Großteil der Kaderplätze scheint bereits so gut wie vergeben.

SPORT1 nennt 60 Kandidaten für einen Platz im WM-Kader - und bewertet ihre Chancen auf eine Nominierung.

Bei der WM gesetzt (12)

Manuel Neuer, Jerome Boateng, Joshua Kimmich, Mats Hummels, Thomas Müller (alle FC Bayern), Marco Reus (Borussia Dortmund), Marc-Andre ter Stegen (FC Barcelona), Sami Khedira (Juventus), Toni Kroos (Real Madrid), Mesut Özil (FC Arsenal), Julian Draxler (Paris Saint-Germain), Jonas Hector (1. FC Köln)

Knapp ein Jahr vor der WM scheint über die Hälfte aller Kaderplätze bereits sicher vergeben.

Neuer ist im Tor genauso unumstritten wie seine Bayern-Kollegen Hummels und Boateng in der Innenverteidigung. Ter Stegen hat beim Confed Cup den Status als Nummer zwei gefestigt.

Auch die Champions-League-Finalisten Khedira und Kroos sind gesetzt, falls nicht verletzt. Selbiges gilt insbesondere für Reus, der neben Özil, Müller und Draxler die Offensivabteilung anführt.

Hector und Kimmich haben auf den Außenverteidigerpositionen kaum Konkurrenz, sind daher ebenfalls sicher dabei.

Gute Aussichten (7)

Benedikt Höwedes (Schalke 04), Julian Weigl (BVB), Leon Goretzka (Schalke), Mario Gomez (VfL Wolfsburg), Timo Werner (RB Leipzig), Ilkay Gündogan (Manchester City), Antonio Rüdiger (AS Rom)

Noch einmal eine gute Handvoll Spieler haben beste Aussichten, ebenfalls in Russland mit dabei zu sein. Goretzka, Werner und Rüdiger haben sich beim Confed Cup in den Vordergrund gespielt.

Ein kleines Fragezeichen steht aufgrund ihrer Verletzungen hinter Weigl und Gündogan, die aber bis in einem Jahr wieder in Topform sein sollten.

Wackelkandidaten (12)

Bernd Leno, Julian Brandt (beide Bayer Leverkusen), Kevin Trapp (Paris Saint-Germain), Matthias Ginter, Lars Stindl (beide Borussia Mönchengladbach), Shkodran Mustafi (FC Arsenal), Niklas Süle, Sebastian Rudy (beide FC Bayern München), Mario Götze, Andre Schürrle (beide Borussia Dortmund), Emre Can (FC Liverpool), Leroy Sane (Manchester City)

Um die weiteren vier Kaderplätze streitet noch einmal ein gutes Dutzend Spieler - unter anderem wahrscheinlich Leno und Trapp um den Platz als dritter Torhüter.

Bei Süle und Rudy wird es stark darauf ankommen, wie viele Spielanteile sie nach ihrem Wechsel beim FC Bayern bekommen.

Götze und Schürrle müssen beim BVB die Kehrtwende schaffen, um eine Chance auf einen Kaderplatz zu haben - die Form spräche aktuell für andere Alternativen.

Außenseiterchancen (10)

Benjamin Henrichs, Jonathan Tah (beide Bayer Leverkusen), Max Meyer (Schalke 04), Serge Gnabry (FC Bayern), Max Kruse (Werder Bremen), Amin Younes (Ajax Amsterdam), Marvin Plattenhardt (Hertha BSC), Sandro Wagner, Jeremy Toljan, Kerim Demirbay (alle TSG Hoffenheim)

Außenseiterchancen haben insbesondere die Spieler, die zuletzt zu den Erfolgen bei der U21-EM und beim Confed Cup beigetragen haben.

Aufgrund der dünnen Personallage auf ihrer Position dürfen wohl am ehesten die Außenverteidiger Henrichs, Plattenhardt und Toljan auf eine Überraschungsnominierung hoffen.

Geringe Chancen (19)

Timo Horn (1. FC Köln), Ralf Fährmann (Schalke), Willi Orban, Diego Demme, Lukas Klostermann (alle RB Leipzig), Patrick Herrmann (Borussia Mönchengladbach), Erik Durm, Marcel Schmelzer, Gonzalo Castro, Mahmoud Dahoud (alle Borussia Dortmund), Yannick Gerhardt, Maximilian Arnold (beide VfL Wolfsburg), Karim Bellarabi, Kevin Volland (beide Bayer Leverkusen), Mitchell Weiser, Davie Selke, Niklas Stark (alle Hertha BSC), Marc-Oliver Kempf (SC Freiburg), Thilo Kehrer (Schalke 04)

Wie viel Talent beim DFB auch in der Breite vorhanden ist, zeigt der Pool der weiteren verfügbaren Spieler - darunter zahlreiche U21-Europameister. Realistische Chance auf eine WM-Nominierung 2018 hat von ihnen nach aktuellem Stand der Dinge aber niemand. 

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