Thiago Alcantara gewann mit Spanien 4:1 gegen Israel © Getty Images

München - Thiago Alcantara glänzt bei Spaniens 4:1 gegen Israel und wird von der Presse gefeiert. Bayerns Mittelfeld-Star etabliert sich auch endlich in der Nationalelf.

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Mit einem souveränen und nie gefährdeten Sieg gegen Israel ist die spanische Nationalmannschaft der WM 2018 ein Stückchen näher gerückt.

Ein großer Anteil an dem 4:1 (2:0) vor heimischer Kulisse in Gijon gebührte Thiago Alcantara. Der Mittelfeld-Star des FC Bayern bestätigte seine herausragende Verfassung auch im Nationaldress.

Er bereitete nicht nur zwei der vier Treffer vor, sondern nahm das Heft als Denker und Lenker in die Hand - eine Rolle, die in den vergangenen Jahren eher andere Ballkünstler der Iberer wie Andres Iniesta eingenommen hatten.

"Thiago war der Beste. Das Gehirn der Mannschaft. Der Direktor des Spiels", lobte die Sportzeitung Mundo Deportivo den 25-Jährigen nach dessen Gala-Auftritt. Nur ein Tor habe ihm zur "perfekten Leistung" gefehlt. (Alle Ergebnisse der WM-Quali im Überblick)

"Thiago hat sich bei Bayern multipliziert"

Das Madrider Blatt AS bezeichnete Thiago sogar als "Magic Johnson" - in Anlehnung an den legendären Ex-Basketballer Earvin Johnson Jr., der aufgrund seiner außergewöhnlichen Passfähigkeiten berühmt geworden war.

"Der Thiago von 2017 ist ein anderer Thiago als noch vor ein paar Jahren. Er hat sich bei Bayern multipliziert", schwärmte die AS von der Entwicklung des Barca-Eigengewächses, "was man von ihm in Gijon sah, sieht man mittlerweile fast jede Woche in der Allianz Arena." 

Thiago scheint sich endlich auch in seiner Heimat zu etablieren.

War der Edeltechniker in den vergangenen Jahren unter Vicente del Bosque nicht über die Rolle des Ergänzungsspielers hinausgekommen und schon als "ewiges Talent" verpönt worden, ist er seit dem Rücktritt des Welt- und Europameister-Trainers im Sommer absolut gesetzt.

Neuer Trainer, neue Rolle

Der Grund dafür trägt den Namen Julen Lopetegui. Der neue Coach baut auf den längst überfälligen Generationswechsel, schenkt den Jüngeren wie Thiago das nötige Vertrauen - weil er sie sehr gut kennt. 

"Es ist normal, dass ich mit Lopetegui als Trainer mehr Selbstvertrauen habe als zuvor. Wir kennen uns sehr lange, ich weiß, wie er denkt und kann den Fußball so mehr genießen", erklärte das Bayern-Ass nach dem Sieg gegen Israel. (SERVICE: Die Tabelle der Gruppe G)

Lopetegui hatte mehrere Jahre die U21 der Spanier betreut, gewann mit Thiago und Co. 2013 unter anderem die EM.

2018 soll in Russland der nächste Coup gelandet werden - auch wenn bis dahin noch viel Arbeit auf das Team um "Magic Johnson" zukommt.

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