Danny Blind ist nicht weiter Bondscoach der Niederlande © Getty Images

München - Einen Tag nach der Pleite gegen Bulgarien trennen sich die Niederlande von Bondscoach Danny Blind. Übernimmt jetzt Louis van Gaal zum dritten Mal die Oranje?

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Danny Blind ist als Bondscoach der niederländischen Nationalmannschaft entlassen worden.

Einen Tag nach der unerwarteten 0:2 (0:2)-Niederlage in der WM-Qualifikation in Bulgarien trennte sich der Verband KNVB von dem 55-Jährigen.

"Die Ergebnisse sind enttäuschend, und die Qualifikation für Russland verläuft schwierig", sagte Verbandsdirektor Jean Paul Decossaux, "deshalb sehen wir uns gezwungen, von ihm Abschied zu nehmen."

Eine Blamage zu viel

Blind, der seit Sommer 2015 im Amt war und bereits die EM 2016 verpasst hatte, war am Sonntag zum Rapport bei der Verbandsspitze angetreten. "Wir waren auf einem guten Weg", sagte er danach, "Bulgarien war für mich ein Unfall. Ich habe alles reingesteckt, was ich in mir habe. Leider endet es jetzt hier."

Blinds Bilanz fiel enttäuschend aus: Er gewann lediglich sieben von 17 Spielen als Bondscoach. Als Nachfolger werden in den niederländischen Medien die derzeit vereinslosen Louis van Gaal und Frank de Boer gehandelt. "Tulpengeneral" van Gaal war bereits zwei Mal Bondscoach gewesen, zuletzt von 2012 bis 2014.

Robben: "Armseliges Niveau"

Beim Länderspiel am Dienstag in Amsterdam gegen Italien betreut Blinds bisheriger Co-Trainer Fred Grim die Oranje-Stars um Arjen Robben. Zuletzt hatten sich die Niederlande 2002 nicht für die WM-Endrunde in Südkorea und Japan qualifizieren können. 

"Was soll ich sagen? Es ist ein Albtraum", sagte Kapitän Robben nach der Pleite in Bulgarien, "wir reisen mit den besten Absichten an, auch ich war positiv gestimmt. Aber dann liefern wir in der ersten Halbzeit so ein armseliges Niveau ab."

Wenn Oranje eine gute Leistung zeige, gewinne die Elftal normalerweise: "Aber wir haben keine gute Leistung geboten, noch nicht einmal eine schlechte. Wir haben stattdessen eine sehr schlechte Partie gespielt." Robben stellte sich allerdings auch hinter Blind. "Ein anderer Trainer müsste es mit den gleichen Spielern machen", sagte er. Es fehle einfach die Qualität.

Elftal bangt um WM

Blind hat die Rückendeckung des Bayern-Routiniers nicht geholfen - vor allem, weil sich die Tabellensituation in der Gruppe A dramatisch verschärft hat.

Ex-Weltmeister Frankreich ist mit 13 Punkten enteilt, Schweden (10) und nun auch Bulgarien (9) liegen vor den Niederlanden (7), die sich bestenfalls noch Hoffnungen machen können, als Zweiter die Play-offs zu erreichen.

Nicht allerdings mit einer Leistung wie in Sofia, die die niederländischen Medien fassungslos zurückließ. "Es schien, als hätten sich die Spieler zum ersten Mal gesehen", ätzte De Volkskrant, und De Telegraaf attackierte Blind direkt: "Es scheint das Schicksal des Trainers zu sein, Entscheidungen zu treffen, die immer nach hinten losgehen."

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