Die deutsche U-21-Nationalmannschaft hat im EM-Finale die favorisierten Spanier besiegt © SPORT1-Grafik: Philipp Heinemann / Getty Images

Die U-21-Europameister leisten in Polen Besonderes. Ihre Zukunft beim DFB ist ungewiss, einen Vergleich mit Neuer und Co. müssen sie aber nicht scheuen.

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Leon Goretzka, Joshua Kimmich, Julian Weigl, Leroy Sane, Matthias Ginter: Nur fünf von insgesamt zwölf spielberechtigten Top-Spielern, die bei der UEFA U-21 EM 2017 wegen Verletzungen oder des Confed Cups fehlten.

Trotzdem ist die deutsche Auswahl in Polen Europameister geworden. Das an sich ist schon etwas Besonderes, schließlich hatte Deutschland diesen Titel zuvor erst ein Mal gewonnen.

2009 war das, mit der berühmten Hrubesch-Auswahl um die späteren Weltmeister Manuel Neuer, Mats Hummels, Sami Khedira und Mesut Özil - nach einem 4:0 im Finale gegen England.

Acht Jahre später stand das Team von Stefan Kuntz ihnen in nichts nach. Der Zusammenhalt und der Weg zum Titel waren beeindruckend - nicht nur wegen der zahlreichen Ausfälle.

Kapitän Maximilian Arnold und Co. steckten das Beinahe-Aus gegen Italien bravourös weg und kämpften sich im Halbfinal-Thriller gegen England ins Endspiel.

Das Finale war nicht weniger als eine Machtdemonstration. Von Kuntz und seinem Team taktisch perfekt eingestellt, ließen die DFB-Youngster den hochgelobten Spaniern keine Chance.

Hohes Pressing, unermüdlicher Einsatz, nahezu keine Fehler: Es war die vielleicht dominanteste Vorstellung eines Außenseiters, die es in einem großen Finale je gegeben hat.

Wie viele von Kuntz' Schützlingen nun den Sprung zu Joachim Löw schaffen, bleibt abzuwarten.

Die Europameister funktionierten vor allem über das Kollektiv, als Einzelspieler haben viele in der A-Nationalmannschaft bessere Kontrahenten vor der Nase. Manch einer der Helden von Krakau wird daher wahrscheinlich nie auch nur ein A-Länderspiel absolvieren.

Ob die U-21-Mannschaft von 2017 wie jene von 2009 einmal eine Handvoll Weltmeister hervorbringt, steht ebenfalls in den Sternen. Bei der EM aber hat sie mit dieser Final-Leistung ihre prominenten Vorgänger übertroffen.

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