Beim Auftaktsieg gegen Tschechien bei der UEFA U-21 EM trübt nur der verschossene Strafstoß von Selke die Freude. Beim nächsten Mal soll wieder der Kapitän antreten.

Nach dem Elfmeter-"Diebstahl" gegen Tschechien hat Maximilian Arnold Konsequenzen angekündigt.

Der DFB-Kapitän will beim nächsten Strafstoß während der UEFA U-21 EM 2017 wieder selbst antreten.

Beim 2:0 (1:0) gegen Tschechien hatte der Kapitän einen Handelfmeter kurz vor Schluss Davie Selke überlassen, der jedoch an Torhüter Lukas Zima scheiterte.

"Ich habe nachgegeben. Den nächsten schieße wieder ich", sagt Arnold mit einem Augenzwinkern.

Selke frustriert

Selke bedankte sich bei Arnold für die Geste und bedauerte seinen Fehlschuss.

"Mir hätte das Tor sehr gut getan. Daher auch Kompliment an Maxi Arnold. Dass er als Kapitän das Vorrecht hat, ist klar", sagte der Stürmer.

"Aber er hat mir den Ball gleich gegeben. Tolle Aktion, vielen Dank. Ich hätte ihn gerne reingemacht."

Selke hatte vergangene Saison nur vier Bundesliga-Tore für RB Leipzig erzielt, bei seinem neuen Verein Hertha BSC erhofft er sich kommende Saison mehr Spielzeit.

Auch gegen Tschechien arbeitete der Torjäger insgesamt viel, blieb aber glücklos.

Kuntz: "Jungs sind alt genug"

Trainer Stefan Kuntz nahm die Szene gelassen hin.

"Maxi Arnold ist unser Elfmeterschütze. Ich glaube, er wollte auch schießen. Aber meine Jungs sind alt genug. Wenn sie das anders regeln, ist das deren gutes Recht", sagte Kuntz und fügte an: "Mit dem Ergebnis bin ich natürlich nicht einverstanden."

Deutschland trifft am Mittwoch im zweiten Gruppenspiel auf Dänemark (ab 20.45 Uhr im LIVETICKER), am Samstag folgt die Begegnung gegen Italien (ab 20.45 Uhr im LIVETICKER)

Pollersbeck nimmt schwachen Start mit Humor

Torhüter Julian Pollersbeck erlebte derweil einen Turnier-Start zum Vergessen, reagierte aber mit Humor.

"Den Zuschauern sollte eben nicht langweilig werden. Nein, Spaß beiseite: Das ist natürlich Mist. Im nächsten Spiel bin ich besser gewappnet", sagte der Schlussmann.

Pollersbeck hatte zweimal bei Abschlägen den Gegenspieler getroffen, beide Fehler blieben ungestraft.

"Ich hatte ein paar Schutzengel. Ich hatte drei Gedanken auf einmal im Kopf, und dann kommt sowas raus", sagte der 22-Jährige von Zweitligist 1. FC Kaiserslautern und gestand ein: "Das darf nicht sein, das muss ich besser lösen."

Jannik statt Julian

Auf dem offiziellen Spielberichtsbogen und auch vom Stadionsprecher wurde Pollersbeck zudem als "Jannik" vorgestellt.

"Das habe ich mitbekommen. Jannik und Julian, das kann man schon mal verwechseln. Aber das ist mir ehrlich gesagt egal", sagte der Torhüter.

Pollersbeck hatte den Dreikampf um den Platz zwischen den Pfosten gegen Marvin Schwäbe (Dynamo Dresden) und Odisseas Vlachodimos (Panathinaikos Athen) gewonnen.