München - Bayern-Präsident Uli Hoeneß spricht vor Bayerns Viertelfinale gegen Paris Saint-Germain über die Zukunft des Frauenfußballs.

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Der Frauenfußball in München ist auch dank Uli Hoeneß auf dem Vormarsch.

Der FC Bayern ist amtierender Deutscher Meister und steht im Viertelfinale der UEFA Women's Champions League. Das Hinspiel gegen den französischen Topklub Paris Saint-Germain gibt es am Donnerstag ab 18.45 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 zu sehen, auch das Rückspiel sechs Tage später läuft im Free-TV (ab 19.55 Uhr LIVE im TV auf SPORT1).

Gegen PSG hofft Hoeneß auf ein möglichst volles Haus im Grünwalder Stadion. Der Bayern-Präsident spricht im SPORT1-Interview über die perfekte Meisterfeier und nennt den zukünftigen Trainingsort der Bayern-Frauen.

Uli Hoeneß über…

…das aktuelle Frauen-Fußballteam des FC Bayern: "Wir sind besonders stolz, dass die Mannschaft mit einem sehr vernünftigen Etat in den letzten Jahren hervorragende Leistungen geboten hat. Wir waren vergangenes Jahr Meister, in der Champions League waren die Mädchen noch nicht so erfahren, um international zu bestehen. Ich glaube, in diesem Jahr sind sie wesentlich weiter. Die Mädels haben es geschafft, aus einer Abteilung ein wichtiger Bestandteil des FC Bayern zu werden."

…die Bedeutung des Frauenfußballs für ihn als Präsident des FC Bayern: "Das ist für uns alle eine tolle Sache. Es war ein wunderschönes Bild, als die Jungs von der Lizenzspielerabteilung und die Mädels von der Damenmannschaft zusammen am Marienplatz ihre Titel gefeiert haben. Die Frauen haben einen tollen Job gemacht. Noch schöner wäre es, wenn die Basketballer auch noch dabei wären. Aber das ist ein bisschen ein Wunschtraum."

…die Frauenfußball-Abteilung: "Sie arbeiten alle sehr gewissenhaft und machen keine große Show daraus, das gefällt mir."

… den Ausfall von Nationalspielerin Melanie Leupolz: "Sie war immer eine Stütze der Mannschaft. Es wird schwer sein, sie zu ersetzen. Ich hoffe, dass wir das ausgleichen können."

… das Heimspiel gegen Paris Saint-Germain: "Ich finde es schade, dass unsere Frauen in der Bundesliga und in der Champions League nicht so großen Zuschauerzahlen rekrutieren konnten, die Zuschauerzahlen bei Länderspielen waren hoch. Bei den Vereinen war es nicht so. Deshalb haben wir uns entschlossen, vor dem Spiel gegen PSG mal richtig die Werbetrommel zu rühren, um den Mädchen zu zeigen, dass sie für uns ganz wichtig sind. Wir werden alle Register ziehen, um auf das Spiel hinzuweisen. Wir werden in allen Spielen, die wir vorher haben, darauf hinweisen und alle unsere Möglichkeiten ausschöpfen."

…die Erwartung an die Zuschauerzahl: "Alles zwischen 8.000 und 10.000 Zuschauern wäre ein Traum. Wenn es mehr wären, würde ich alle umarmen, die kommen. Ich werde natürlich auch da sein. Es ist in der Woche Länderspielpause, sonst würde die Lizenzspielmannschaft komplett erscheinen. So hoffe ich, dass möglichst viele Spieler kommen, die nicht bei Länderspielen sind. Wenn der Trainer da ist, wird er sicher kommen."

…den Kampf um die dritte Meisterschaft in Serie: "Ich bin kein Freund dieser Trends, unsere Mädchen müssen an ihre Leistungsgrenze gehen. Wenn der Titel drin ist, ist es wunderbar. Wenn sie Zweiter würden und wir im Europapokal dabei wären, wären wir auch sehr zufrieden. Wir wollen sie nicht unnötig unter Druck setzen."

…mögliche Frauenfußball-Mannschaften anderer Klubs aus der Männer-Bundesliga: "Ich fände es schön, wenn der eine oder andere Bundesliga-Klub den Frauenfußball noch aktiver betreiben würde. Ich maße mir nicht an, anderen vorzuschreiben, was sie zu tun haben. Wenn man bei uns sieht, wie viele junge Mädchen sich im Jugendbereich anmelden, finde ich das eine prima Geschichte."

… den zukünftigen Trainingsort der Frauen-Fußballmannschaft: "Sie werden auf jeden Fall perfekte Trainingsbedingungen haben. Ich glaube, dass sie im Nachwuchsleistungszentrum trainieren werden."

…die langfristige Zukunft des Frauenfußballs beim FC Bayern: "Ich bin kein Prophet. Das hängt sehr davon, wie weit die Akzeptanz beim Zuschauer ist. Die Zuschauer und die Fans entscheiden über das Wohl und Wehe. Wir machen das nicht für uns selbst, sondern für die Mitglieder, die Fans, die Zuschauer. Sie müssen entscheiden, ob sie das haben wollen oder nicht."

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