Die deutsche Frauen-Fußballnationalmannschaft startet mit einer Niederlage in den SheBelieves Cup. Die Defensive der Gastgeber ist für das DFB-Team unüberwindbar.

Die deutschen Fußball-Olympiasiegerinnen haben sich zum Start ins EM-Jahr wieder einmal die Zähne am Weltmeister ausgebissen.

Die Auswahl von Bundestrainerin Steffi Jones unterlag zum Auftakt des SheBelieves Cups in den USA dem Gastgeber mit 0:1 (0:0) und verpasste das ersehnte erste Erfolgserlebnis gegen den Angstgegner seit über 13 Jahren.

Lynn Williams (56.) erzielte in einem intensiven Duell in Chester/Pennsylvania den Siegtreffer für den Titelverteidiger und besiegelte die erste Niederlage im sechsten Spiel unter der Leitung von Jones.

Jones stolz auf ihr Team

"Ich bin nach den Reisestrapazen trotz der knappen Niederlage stolz auf die Leistung der Mannschaft", sagte die Bundestrainerin: "Wir haben die Räume gut zugemacht, aber es hat noch die Präzision gefehlt."

Viereinhalb Monate vor der Mission EM-Titelverteidigung testet die DFB-Auswahl bei der zweiten Auflage des hochkarätig besetzten Vier-Nationen-Turniers noch gegen Frankreich (Samstag/20.15 Uhr) und England (Dienstag/22 Uhr/beide LIVE bei SPORT1). Die Französinnen hatten zuvor einen glücklichen 2:1 (0:1)-Erfolg gegen den WM-Dritten verbucht.

Vor 16.318 Zuschauern im Talen Energy Stadium, der Heimspielstätte des MLS-Klubs Philadelphia Union, zeigte sich das deutsche Team trotz Jetlags zunächst hellwach.

Defensiv ließ der zweimalige Welt- und achtmalige Europameister im ersten Durchgang nichts anbrennen, offensiv vergaben Isabel Kerschowski (7.) und Sara Däbritz (12.) Chancen auf eine frühe Führung. Für die USA kam nur Crystal Dunn (10.) zu einem gefährlichen Abschluss, den Torhüterin Almuth Schult aber entschärfte.

Press an den Querbalken

Erst nach der Pause erhöhte die US-Auswahl um Weltfußballerin Carli Lloyd den Druck - und ging prompt in Führung. Nach einem Ballverlust von Kerschowski landete ein Schuss von Christen Press noch an der Latte, im zweiten Nachschuss war Williams erfolgreich.

Mit zunehmender Spieldauer war der deutschen Mannschaft anzumerken, dass sie erst rund 48 Stunden vor dem Anpfiff angekommen war und nur eine Trainingseinheit absolviert hatte. Zu oft fehlte im Spielaufbau die Präzision, Jubilarin Anja Mittag blieb in ihrem 150. Länderspiel unauffällig.

Nach dem Turnier bestreiten die DFB-Frauen, die derzeit ohne Tabea Kemme, Svenja Huth, Lena Goeßling, Simone Laudehr und Melanie Leupolz auskommen müssen, am 9. April (15 Uhr) in Erfurt gegen den Olympiadritten Kanada ihr erstes Heimspiel des Jahres. Die direkte EM-Vorbereitung beginnt am 18. Juni. Geplant sind drei Trainingslager. 

Das letzte Länderspiel in Deutschland vor der Endrunde ist für den 4. Juli vorgesehen. Ort und Gegner für die Generalprobe sind noch offen. Bei der EM-Endrunde (16. Juli bis 6. August) trifft Deutschland in der Vorrunde auf Schweden (17. Juli), Italien (21. Juli) und Russland (25. Juli).

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