Germany v Brazil - Women's International Friendly
Die deutschen Fußball-Frauen gehen als Favoritinnen in die EM in Holland © Getty Images

Die DFB-Frauen dürfen sich auf eine Rekord-Prämie für einen möglichen EM-Sieg freuen. Mit den Summen der Männer kann der Betrag trotzdem nicht mithalten.

300.000 Euro Siegprämie standen für Phlipp Lahm und Co. bei der EM im Vorjahr in Frankreich im Raum. Die DFB-Frauen müssen sich bei den kommenden Titelkämpfen in den Niederlanden mit deutlich weniger begnügen.

"Im Falle des Titelgewinns bekommen unsere Frauen gemäß der stark erfolgsabhängigen Regelung 37.500 Euro pro Spielerin", verriet DFB-Präsident Reinhard Grindel der Bild. Das ist eine neue Rekordsumme im Frauen-Fußball.

Beim EM-Sieg vor vier Jahren in Schweden hatten die deutschen Spielerinnen pro Kopf 22.500 Euro kassiert. Im Vergleich zu den WM-Summen ist die EM-Prämie allerdings niedrig. Hätte das DFB-Team 2015 in Kanada (Platz vier) den dritten Stern geholt, hätte es 65.000 Euro pro Spielerin gegeben. Von der Europäischen Fußball-Union UEFA erhält der DFB im Falle des erneuten EM-Triumphes 1,2 Millionen Euro.

"Wir sind froh über die ausgehandelte Prämie, das ist eine riesige Wertschätzung vom DFB", sagte die zum Mannschaftsrat gehörende Sara Däbritz auf der ersten Pressekonferenz im Teamcamp in Sint-Michielsgestel am Donnerstag: "Wir haben es bewusst so gemacht, dass wir erst ab dem Halbfinale honoriert haben, weil wir einen hohen Anspruch an uns selbst haben. Wir wissen, was in uns steckt."

12,5 Prozent der Männer-Prämie

Trotzdem erwarten die Frauen damit gerade einmal 12,5 Prozent der Männer-Prämie. 300.000 Euro pro Spieler lobte der DFB bei der EURO 2016 für den Sieg aus. Am Ende wurde die Löw-Truppe für ihr Halbfinal-Aus gegen den Gastgeber immerhin noch mit 100.000 Euro pro Mann entlohnt.

Der Grund für die großen finanziellen Unterschiede liegt auf der Hand: Die UEFA bezahlt für einen EM-Titel bei den Frauen gerade einmal 1,2 Millionen Euro aus. Hätten die Männer in Frankreich den EM-Pokal geholt, wären 27 Millionen Euro an den Verband geflossen.

Neid kommt bei den Frauen ob der mächtigen Gehaltsdifferenz nicht auf: "Wir sind uns voll bewusst, dass man im Frauen-Fußball nicht so viel verdienen kann wie bei den Männern. Aber wir sind trotzdem glücklich, dass uns die Vereine und der DFB im Vergleich zu früher nun so viel mehr bieten können", sagte Stürmerin Mandy Islacker.

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