Mit seinen Aussagen zum FC Bayern sorgt Julian Nagelsmann für viel Wirbel. Nun erläutert der Trainer der TSG Hoffenheim die Hintergründe und berichtet von einer SMS an Ancelotti.

Mit seinen Aussagen zum FC Bayern hat Julian Nagelsmann in dieser Woche für viel Wirbel gesorgt. Dem Trainer der TSG Hoffenheim war es am Mittwoch daher ein Anliegen, seine Aussagen einzuordnen.

"Es tut mir leid, dass die Aussagen so große Wellen vor dem Champions-League-Spiel der Bayern geschlagen haben", sagte Nagelsmann auf der Pressekonferenz vor dem Spiel der UEFA Europa League gegen Sporting Braga (ab 19 im LIVETICKER, Highlights ab ca. 23 Uhr LIVE im TV auf SPORT1).

Entschuldigung beim Bayern-Trainer

"Es tut mir auch leid für Carlo Ancelotti, vor dem ich großen Respekt habe. Er hat wahrscheinlich mehr Titel gewonnen als ich Unterhosen oder Polo-Shirts im Schrank habe. Das war nicht gewollt, dass die Aussagen von mir aktuellen Bezug bekommen."

Der 30-Jährige sagte am Dienstag, dass der FC Bayern "in meinen Träumen schon eine etwas größere Rolle" spiele. "Der FC Bayern würde mich vielleicht noch ein Stück glücklicher machen", hatte Nagelsmann bei Eurosport gesagt.

"Ich bin sehr, sehr glücklich mit meinem Leben - und der FC Bayern würde mich vielleicht noch ein Stück glücklicher machen. Aber es ist jetzt nicht so, dass mein Lebensglück total vom FC Bayern abhängt."

Um einer möglichen Fehlinterpretation seiner Aussagen entgegenzuwirken, hat Nagelsmann bereits den Kontakt zu Bayern-Trainer Carlo Ancelotti gesucht.

"Mit den Personen, die das negativ auffassen könnten, habe ich gesprochen und bei denen ist es nicht negativ rübergekommen. Ich habe Carlo (Ancelotti, Anm. d. Red.) eine SMS geschrieben - falls er auch nur die Headline gelesen hätte - und es ist damit aus der Welt und abgehakt", sagte Nagelsmann am Mittwoch.

Nagelsmann: "Es ging um die Zukunft und Visionen"

Das Interview habe er "gar nicht bewusst gesetzt", betonte Nagelsmann im Gespräch mit SPORT1.

"Es hatte gar keinen zeitlichen Bezug, sondern es ging einfach um Zukunft, Visionen und Lebensplanung. Ich habe gesagt, dass es ein Traum von mir ist, einmal einen Weltverein zu trainieren und Titel zu gewinnen. Es ging weder um einen Zeitpunkt noch um irgendeine Nachfolge. Ich habe gesagt, dass der FC Bayern ein möglicher Weltverein ist, den jeder Trainer gerne trainiert."

Er könne "verstehen, wie es (das Interview, Anm. d. Red.) interpretiert wurde", räumte Nagelsmann ein. "Ich glaube aber, wenn man es im Gesamtzusammenhang sieht, sind es ganz normale Aussagen für einen Trainer, der ambitioniert ist."

Umzug nach München kein Indiz für den FC Bayern

Auch die Aussagen zu seiner Familie und seinem Umzug nach München seien "kein Indiz für den FC Bayern, sondern das ist unsere Heimat", meinte der gebürtige Landsberger.

"Wenn man jeden, der nach München zieht, mit dem FC Bayern in Verbindung bringen würde, dann hätte der FC Bayern viele Trainer. Das hat etwas mit seiner seriösen Familienplanung zu tun und wenig mit dem FC Bayern."

"Möchte mich nicht verstellen"

Er versuche, "immer ehrlich, offen und authentisch in meinen Aussagen sein", erklärte Nagelsmann auf der Pressekonferenz. "Es wurde in dem Fall anders interpretiert, als ich es möchte. Ich möchte mich aber nicht verstellen."

Er habe "offene und ehrliche Antworten" gegeben,  "Diese Art will ich beibehalten. Alle, die mir jetzt eine Initiativ-Bewerbung unterstellen, sind die gleichen, die immer bemängeln, dass es nur noch Floskeln im Fußball gibt. Also nochmal: Es war keine Bewerbung."

Vertrag bis 2021

Nagelsmann hatte zuletzt bei der TSG einen Vertrag bis 2021 unterschrieben. Er soll allerdings eine Ausstiegsklausel für einen Topklub ab 2019 enthalten. Ancelotti ist in München noch bis 2019 gebunden.

Auf die Frage, ob er seinen Vertrag in Hoffenheim auch erfüllt, sagte Nagelsmann zu SPORT1: "Davon gehe ich aus, ja."

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