Stockholm - Manchester United holt erstmals den Titel in der UEFA Europa League. Paul Pogba und Henrikh Mkhitaryan ebnen Mourinhos Team gegen Ajax den Weg in die Königsklasse.

Manchester United hat mit der Vollendung seines "Europa-Triples" den Fußball-Olymp erobert und die jungen Wilden von Ajax Amsterdam in die Schranken verwiesen.

Zwei Tage nach dem fürchterlichen Terroranschlag in der Heimat besiegte der englische Rekordmeister im Finale der UEFA Europa League in Solna sein niederländisches Pendant mit 2:0 (1:0) - und schenkte einer trauernden Stadt damit etwas Lebensfreude zurück.

United für Champions League qualifiziert

Mittelfeld-Star Paul Pogba (18.) und der Ex-Dortmunder Henrikh Mkhitaryan (48.) führten die Red Devils mit ihren Treffern zudem doch noch auf direktem Weg in die Gruppenphase der Champions League. (Ergebnisse und Spielplan)

"Wir sind sehr fokussiert ins Spiel gegangen. Wir haben für Manchester und das Land gewonnen", sagte Pogba und widmete den Titel auch den Opfern des Terroranschlags in Manchester am Montag: "Wir haben für die Leute gespielt, die gestorben sind." (Die Stimmen zum Finale)

ManUnited zählt nun zu einem elitären Kreis von fünf Teams, die allesamt die Königsklasse, den Europapokal der Pokalsieger und die Europa League (früher UEFA-Pokal) gewonnen haben. Dies war zuvor nur Bayern München, Juventus Turin, dem FC Chelsea und eben Ajax gelungen.

Younes: "Enttäuschung ist sehr groß"

Die Niederländer, angetreten mit dem künftigen Nationalspieler Amin Younes und der jüngsten Final-Startelf aller Zeiten (im Durchschnitt 22 Jahre und 282 Tage), müssen indes weiter auf ihren ersten europäischen Titel seit 22 Jahren warten. Die letzte von 33 Meisterschaften hatte Ajax zuletzt 2014 gewonnen.

"Die Enttäuschung ist sehr groß. Es war mein erstes Finale. Ich weiß gar nicht, wie ich damit umgehen soll", sagte Younes bei SPORT1 und gratulierte fair dem Sieger: "Sie haben verdient gewonnen. Wir haben es nicht gut gemacht, nicht schnell genug gespielt. Sie haben im richtigen Moment die Tore gemacht." (Die Stimmen zum Finale)

Schweigeminute für Terror-Opfer

Aufgrund der beeindruckenden Historie beider Vereine betitelte die Europäische Fußball-Union UEFA die Begegnung als "Duell der Giganten" - das aber auch im Zeichen des Terroranschlags vom Montagabend stand. Vor dem Anpfiff wurde deshalb mit einer Schweigeminute der 22 Todesopfer und der vielen Verletzten gedacht, die United-Profis spielten mit Trauerflor.

"Die Opfer und ihre Familien sind in unseren Köpfen und Herzen", hatte Teammanager Jose Mourinho geäußert: "Aber wir haben einen Job zu erledigen, und genau das werden wir tun."

Vor 46.961 Zuschauern in der Friends Arena begann United dann auch engagiert, 100-Millionen-Mann Pogba gab nach gerade einmal 24 Sekunden den ersten Warnschuss ab. Auch in den folgenden Minuten waren die Engländer, die unter anderem ohne den verletzten schwedischen Top-Stürmer und Ex-Ajax-Spieler Zlatan Ibrahimovic auskommen mussten, das Team mit mehr Präsenz und Wucht. Pogbas abgefälschter Schuss landete nicht unverdient im Tor. (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker)

Und Ajax? Kam danach immerhin etwas besser ins Spiel. Dennoch wirkten der künftige Nationalspieler Amin Younes und seine Kollegen in der Defensive verwundbar und im Spiel nach vorne ziemlich ideenlos. Trotz deutlich mehr Ballbesitz lief bis auf den Schuss von Bertrand Traore (15.), den Younes noch vor dem Rückstand elegant vorbereitete, nur wenig zusammen.

Mkhitaryan trifft artistisch

Nur wenige Sekunden nach dem Wiederanpfiff hatte der ehemalige Dortmunder Mkhitaryan seinen großen Auftritt. Im Fallen spitzelte der Armenier unter größter Bedrängnis den Ball ins Tor, Ajax-Keeper Andre Onana sah dabei nicht gut aus. Der Kameruner hätte energischer aus seinem Kasten stürmen müssen. (Die Torjäger der Europa League)

Der Nackenschlag wirkte deutlich nach, die Angriffe der Niederländer waren zerfahren und oft vom Zufall geprägt. Auf der anderen Seite kam Marouane Fellaini (65.) frei zu einem Kopfball, der besser platziert wahrscheinlich die Entscheidung gebracht hätte.

Manchester-Kapitän Wayne Rooney, der unter Mourinho kaum noch zum Zuge kommt, wurde in der 90. Minute eingewechselt.

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