Gelsenkirchen - Vor dem Achtelfinal-Rückspiel in Gladbach (Do., ab 19 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) spricht Benedikt Höwedes über Schalkes Ziele und Guido Burgstaller.

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Nach dem 1:1 im Hinspiel gegen Borussia Mönchengladbach galt Schalke 04 im Achtelfinale der UEFA Europa League als Außenseiter. Durch den souveränen 3:0-Sieg gegen Augsburg und der gleichzeitigen 1:2-Niederlage der Fohlen beim HSV haben sich die Vorzeichen leicht verändert.

Vor dem Rückspiel in Gladbach (Do., ab 19 Uhr LIVE im TV, in unserem Sportradio SPORT1.fm und im LIVETICKER) spricht Kapitän Benedikt Höwedes im SPORT1-Interview über die Ziele in Europa, die Umstellung zur Viererkette und Shootingstar Guido Burgstaller.

SPORT1: Ist der Druck in der Europa League im Vergleich zur Bundesliga geringer?

Benedikt Höwedes: Den Druck machen wir uns schon selber. Wir haben natürlich den Wunsch, eine Runde weiterzukommen und haben ein tolles Hinspiel abgeliefert. Wir haben leider nur das Spiel nicht gewinnen können und jetzt geht es darum, entweder ein Unentschieden rauszuholen, bei dem wir mehr als ein Tor schießen oder das Spiel zu gewinnen. Und die Chancen stehen weiterhin fünfzig zu fünfzig. Wir haben auf jeden Fall die Chance, in Gladbach was mitzunehmen, aber das wird eine sehr harte Nuss.

SPORT1: Der Trainer hat gegen Augsburg umgestellt. Kann man jetzt sagen, dass es deshalb wieder läuft?

Höwedes: Nein, das kann man nicht sagen. Wir haben ja auch im Hinspiel gegen Gladbach schon auf Viererkette umgestellt. Da hat es auch schon super funktioniert. Das war nicht zu erwarten, weil wir innerhalb von zwei Tagen von Fünfer- auf Viererkette umgestellt haben. Aber wir haben uns da reingefuchst, uns reingearbeitet und haben das sehr gut gemacht. Das ist jetzt nicht der Schlüssel zum grundlegenden Erfolg. Der besteht schon noch aus ein paar anderen Dingen wie Lauf- und Kampfbereitschaft sowie dem unbedingten Willen, so ein Spiel zu gewinnen. Die taktische Voraussetzung muss auch gegeben sein und dann wird es von der Tagesform abhängen, weil auch Gladbach einen guten Lauf hat, auch wenn sie jetzt gegen Hamburg verloren haben. Aber es ist und bleibt eine gute Mannschaft, die schwer zu bespielen ist.

SPORT1: Kann man trotzdem sagen, dass die Viererkette eine gewisse Sicherheit gibt? Viele Spieler aus der Mannschaft sind es schließlich gewohnt, in dieser Formation zu spielen.

Höwedes: Wir haben jetzt auch ein Dreivierteljahr die Fünferkette gespielt, die auch zwischenzeitlich hervorragend funktioniert hat. Also wir dürfen die Fünferkette auch nicht komplett schlechtreden. Vielleicht liegt das Momentum auf der Viererkette. Wir machen das zurzeit gut und deshalb ist es vielleicht auch gut, den Lauf weiterhin mitzunehmen und zu versuchen, damit möglichst viele Spiele zu gewinnen.

SPORT1: Der Gegner in der Europa League kommt quasi aus der Nachbarschaft. Ist das nicht irgendwie komisch?

Höwedes: Ja, das ist es tatsächlich irgendwie. Ich glaube, beide Mannschaften hätten sich da ein anderes Los gewünscht. Wenn man international unterwegs ist, will man natürlich gerne ein internationales Los bekommen. So ist auf jeden Fall eine deutsche Mannschaft raus nach der Runde, was ein bisschen schade ist für den deutschen Fußball. Aber beide Mannschaften müssen damit umgehen, beide wollen unbedingt weiterkommen. Und wie gesagt, das ist eine harte Nuss, die es da zu knacken gilt und wir hoffen, dass wir den besseren Tag erwischen und als Sieger vom Platz gehen können.

SPORT1: Welchen Einfluss hat es auf die Vorbereitung, wenn man sich untereinander kennt und zuletzt auch mehrmals gegeneinander gespielt hat?

Höwedes: Das wird das dritte Spiel in zehn Tagen gegen Gladbach. Ob das besondere Auswirkungen hat, kann ich nicht sagen. Aber es sind auf jeden Fall Duelle, in denen beide Mannschaften wissen, worauf sie sich einlassen können und was auf sie zukommt. Beide wissen ganz genau um die Qualitäten des anderen. Und ich kann mich da nur wiederholen: Es wird tagesformabhängig sein, ob wir gewinnen oder verlieren.

SPORT1: Was bringt Schalke mit, um das Spiel zu gewinnen?

Höwedes: Wir haben natürlich das nötige Selbstvertrauen aus der Bundesliga und mit Sicherheit auch den Willen, die 2:4-Schlappe gegen Gladbach aus der Bundesliga wieder gutzumachen. Mit dem Willen fahren wir dahin und hoffen, dass wir es für uns entscheiden können.

SPORT1: Zum entscheidenden Mann könnte Guido Burgstaller werden, der im Moment einen Lauf hat. Wie geht er damit um und wie kommt er in der Mannschaft rüber?

Höwedes: Der 'Burgi' ist ein sehr bodenständiger Typ, der als Stürmer gut damit umgehen kann. Er ist natürlich schon dafür zuständig, Tore zu schießen, was sich einfacher sagt, als es getan ist. Und er macht einen klasse Job. Er macht nicht nur die Tore, sondern arbeitet auch unheimlich viel für die Mannschaft. Ich glaube, das war ein sehr, sehr guter Transfer, den wir da gemacht haben. Und ich hoffe natürlich, dass er am Donnerstag wieder auf Torejagd geht.

SPORT1: Manager Christian Heidel hat gesagt, dass es gut ist, dass Burgstaller aus der 2. Liga kommt. Dadurch hat er nicht den Druck, viele Tore zu schießen. Merkt man ihm die Leichtigkeit an?

Höwedes: Er bringt die Lockerheit mit und er hat einfach Bock auf diese Truppe. Dazu hat er Bock, Tore zu schießen und Lust, den Verein wieder nach vorne zu bringen. Und das merkt man ihm an. Er hat einen Riecher, den man als Stürmer haben sollte. Er steht da, wo die Tore geschossen werden müssen. Und das hilft uns natürlich enorm weiter, wenn wir da auch einen haben, der regelmäßig knipst.

SPORT1: Inwiefern wird die Europa League als Chance gesehen, in der nächsten Saison wieder international zu spielen?

Höwedes: In der Bundesliga machen wir uns jetzt nicht jede Woche aufs Neue Gedanken darüber, ob wir den den Sprung nach oben schaffen oder nicht, sondern wollen tatsächlich von Spieltag zu Spieltag gucken. In der Europa League wartet mit Gladbach natürlich ein harter Brocken auf uns, aber auch da stehen die Chancen fifty-fifty. Wir versuchen, das Maximum rauszuholen. Und wenn wir es schaffen, das Spiel zu gewinnen, können wir uns über andere Ziele unterhalten, aber bis dahin liegt der Fokus auf Donnerstag.

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