Mönchengladbach - Schalke 04 setzt sich im deutschen Achtelfinale der Europa League gegen Gladbach durch - auch, weil die Fohlen unter kuriosen Umständen eine 2:0-Führung verspielen.

Schalke 04 ist nach einer furiosen Aufholjagd erstmals seit fünf Jahren in ein Europacup-Viertelfinale gestürmt und hat Borussia Mönchengladbach ins Tal der Tränen gestürzt.

Die Königsblauen erkämpften sich in einem packenden Achtelfinal-Rückspiel der UEFA Europa League beim Bundesliga-Rivalen trotz eines 0:2-Rückstands ein 2:2 (0:2) und stehen nach dem 1:1 im Hinspiel in der Runde der letzten Acht - dank eines Platzfehlers und eines umstrittenen Elfmeters.

Leon Goretzka (54.) und Nabil Bentaleb (68., Handelfmeter) egalisierten die Gladbacher Pausenführung durch Andreas Christensen (26.) und Mahmoud Dahoud (45.+2).

"Der Schiedsrichter hat es so entschieden, es bringt nicht viel, darüber zu diskutieren", meinte Gladbachs Keeper Yann Sommer bei SPORT1 zum Strafstoß, bei dem Dahoud sogar versucht hatte, die Hand noch wegzuziehen.

Sommer: "Das ist einfach Pech"

Und zu Goretzkas Flachschuss zum 1:2, der aufgrund einer Unebenheit des Platzes unhaltbar aufsprang, ergänzte er: "Das ist einfach Pech, mehr gibt es dazu nicht zu sagen."

Die Borussia verpasste damit aufgrund des weniger erzielten Auswärtstores nach einer schwachen zweiten Halbzeit den ersten Einzug in das Viertelfinale eines europäischen Wettbewerbs seit 21 Jahren. (Ergebnisse und Spielplan der UEFA Europa League)

Schalke hingegen, das zuletzt 2012 im Viertelfinale der Europa League gegen Athletic Bilbao ausschied, darf genau 20 Jahre nach dem UEFA-Cup-Triumph der Eurofighter weiter vom Titel träumen.

Der nächste Gegner wird am Freitag ab 13 Uhr (LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVETICKER) von der UEFA in Nyon ausgelost.

"Beim Stand von 0:2 hat sich an unserer Ausgangssituation ja gar nicht so viel geändert. Wir wollten früh ein Tor schießen, weil Gladbach dann wieder zittern würde. Dann haben wir uns in einen Rausch gespielt", sagte Goretzka bei SPORT1: "Jetzt freuen wir uns über ein internationales Los und sind gespannt, wen wir als Gegner bekommen. Wir wollen aber auch noch eine Runde weiterkommen."

Drittes Spiel in 13 Tagen

Vor 46.283 Zuschauern im ausverkauften Borussia-Park hatten die Gäste zwar mehr Ballbesitz, doch lediglich bei einem Kopfball von Guido Burgstaller (11.) wurde es in der Anfangsphase gefährlich. (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker)

Hecking, der schon auf Kapitän Lars Stindl (muskuläre Problemen im Hüftbereich) verzichten musste, musste nach 16 Minuten erneut umstellen. Fabian Johnson, beim Gladbacher 4:2-Erfolg gegen Schalke in der Liga Anfang März noch zweifacher Torschütze, humpelte mit Oberschenkelproblemen vom Feld. Für ihn kam Jonas Hofmann. (Statistiken zum Spiel)

Gladbach verkraftete Johnsons Ausfall gut. Zunächst vergab Stindl-Vertreter Josip Drmic per Kopf die große Chance zur Führung (18.), danach verfehlte ein Schuss des starken Raffael sein Ziel knapp (22.).

Christensen trifft nach Standard

Beim Führungstreffer fälschte Schalkes Kapitän Benedikt Höwedes den Schuss des Gladbacher Abwehrchefs Christensen unglücklich und unhaltbar für seinen Torhüter Ralf Fährmann ab. 

In der Nachspielzeit bot sich den Gästen eine gute Kontermöglichkeit, doch Eric Maxim Choupo-Moting vertändelte den Ball im Gladbacher Strafraum leichtfertig.

Im Gegenzug traf Dahoud mit einem sehenswerten Distanzschuss zum 2:0 und schockte die Schalker mit der letzten Aktion der ersten Halbzeit.

Schalker Sturmlauf nach der Pause

Nach dem Wechsel brachte Weinzierl Offensivspieler Max Meyer für Johannes Geis - und die Schalker rannten an. Goretzkas Treffer verlieh zusätzlichen Rückenwind und Schalke schnürte die Gastgeber phasenweise im eigenen Strafraum ein. (Torjäger der UEFA Europa League)

Als Dahoud ein Ball an den Oberarm sprang, entschied der englische Schiedsrichter Mark Clattenburg auf Elfmeter. Bentaleb verwandelte souverän zum Ausgleich.

Kurz vor dem Abpfiff schickte Clattenburg Gladbachs reklamierenden Sportdirektor Max Eberl noch in die Kabine.

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