St. Petersburg - Die deutsche Nationalmannschaft setzt sich im Finale des FIFA Confederations Cup 2017 gegen Chile durch. Lars Stindl erzielt das goldene Tor.

Erfolgstrainer Joachim Löw stemmte strahlend den goldenen Pokal in die Höhe, seine jungen Himmelsstürmer schossen im Konfetti-Regen fast ungläubig ihre Sieger-Selfies.

Als das anfangs verlachte deutsche Perspektivteam seinen märchenhaften Ritt durch den FIFA Confederations Cup 2017 mit dem historischen ersten Titel gekrönt hatte, war der Jubel gewaltig.

Das WM-Vorspiel hat Deutschland durch ein 1:0 (1:0) im Finale gegen Chile gewonnen - in einem Jahr soll der erneute WM-Coup folgen.

Löw: "Megastolz auf alle"

"Das ist eine absolute Freude. Wir haben drei Wochen lang eine unglaubliche Leistung gezeigt und auch heute um jeden Meter gekämpft", sagte Löw im ZDF: "Die Jungs haben das großartig gemacht. Ich bin megastolz auf alle. So ein Finale ist etwas Magisches."

Wenig später auf der Pressekonferenz wurden seine Aussagen dann von den jubelnden Spielern unterbrochen, die immer wieder sangen: "Die Nummer eins der Welt sind wir."

Auch der zum besten Spieler des Turniers gekürte Julian Draxler war begeistert. "Dafür, dass der Confed-Cup vorher belächelt wurde, war heute ganz schön Feuer drin", meinte der Kapitän:

"Wir haben super gefightet und diesen Sieg auch verdient. Jeder Titel ist besonders, aber die Konstellation macht es wirklich besonders."

Pünktlich zur ersten Ehrenrunde stiegen die Feuerwerksraketen neben dem Stadion in St. Petersburg hoch - daheim jubelten die geschonten Stars mit.  (alle Reaktionen im Überblick)

Goldenes Tor durch Stindl

Im heißblütigen Endspiel vor  57.268 Zuschauern in St. Petersburg hielt das erstaunlich reife deutsche Team dem Ansturm der Chilenen in einer Abwehrschlacht stand und triumphierte durch das goldene Tor von Lars Stindl (20.).

Der Deutsche Fußball-Bund feierte nach dem EM-Titel der U 21 am Freitag seinen zweiten Turniersieg innerhalb von 48 Stunden.

Die WM-Generalprobe in Russland war besonders für den Bundestrainer ein Erfolg auf der ganzen Linie.

Auf der Suche nach den Weltmeistern von morgen empfahlen sich Löw im Turnierverlauf vor allem die dreifachen Torschützen Stindl, Leon Goretzka und Timo Werner, der wegen der meisten Scorerpunkte den Goldenen Schuh bekam.

Bei der WM droht der Confed-Cup-Fluch

Nun gilt es, 2018 einen "Fluch" zu bannen: Noch nie gewann ein Confed-Cup-Sieger die folgende WM. "Es ist ja schön, Regeln zu brechen", sagte Manager Oliver Bierhoff.

Der letzte Schritt zum 8,6 Kilogramm schweren und 40 cm hohen Goldpokal war ein knallhartes Stück Arbeit.

Chile überrannte die deutsche Elf 25 Minuten lang förmlich, unter dem Weltklasse-Pressing des Südamerikameisters erzitterte die diesmal von Shkodran Mustafi angeführte Abwehr.

Mehrfach musste der zum Man of the Match gewählte Marc-André ter Stegen sein Team vor einem Rückstand bewahren.

Doch wie im Gruppenspiel (1:1) zehn Tage zuvor befreite sich der Nachwuchs des Weltmeisters und schnappte sich den Cup im 15. Länderspiel der Saison ohne Niederlage nicht unverdient. 

Denn die erste deutsche Chance saß. Der frühere Hamburger Marcelo Diaz träumte am Strafraum und ließ sich den Ball von Werner abluchsen, der auf Stindl quer legte - 1:0.

Danach befreite sich die DFB-Elf allmählich aus der eisernen Klammer. 

Nur Gelb nach Jaras Ellbogencheck

Nach dem Wechsel erhöhte Chile wieder den Druck, kam aber kaum zu nennenswerten Torchancen und wurde zunehmend unfair.

So hätte der Ex-Mainzer Gonzalo Jara für einen Ellbogencheck an Werners Kinn Rot sehen müssen (65.) - aber der serbische Schiedsrichter Milorad Mazic zeigte trotz Video-Beweis nur Gelb.

"In der zweiten Halbzeit war es ein hartes und hektisches Spiel, die Chilenen sind keine Kinder von Traurigkeit, aber die Spieler haben sich da reingeworfen", sagte Löw.

Nach der 70. Minute geriet die deutsche Mannschaft noch mehrmals in Not, unter anderem schoss Angelo Sagal (84.) aus kurzer Distanz aus dem Gewühl über das leere Tor.

Am Ende aber reichte es zum erstmaligen Gewinn des Confed Cups - das hatte der Mannschaft ohne alle Superstars zuvor niemand zugetraut. 

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