Für Lukas Podolski verläuft der Abschied aus der Nationalmannschaft "wie ein geiler Film", Thomas Müller findet das Drehbuch aber zu kitschig. Die Stimmen.

Lukas Podolski verabschiedet sich mit einem Traumtor zum 1:0-Siegtreffer gegen England aus der Nationalmannschaft. Thomas Müller findet das Drehbuch etwas zu kitschig.

SPORT1 präsentiert die Stimmen von der ARD und aus der Mixed-Zone:

Lukas Podolski: "Das ist ein geiler Film: Wir gewinnen 1:0 und ich mache das Ding. Ich weiß ja auch, dass ich einen linken Fuß habe, den mir der liebe Gott oder sonstwer gegeben hat. Ich bin stolz auf die vergangenen 13 Jahre. Vor dem Spiel hat der Bundestrainer im Hotel eine Brandrede gehalten, wir haben zweimal verloren, aber heute ist es wieder soweit."

... über die vielen Kölner Fans im Stadion: "Daran sieht man, was für einen Bezug die Kölner zu mir haben. Das ist nicht selbstverständlich. Von Köln nach Dortmund ist es nicht so weit, aber ich glaube, es waren fast 30.000 Leute hier im Stadion, wenn nicht sogar mehr. Da kriegt man Gänsehaut und da weiß man, die Heimat ist da und man hat vieles - vor allem außerhalb des Platzes - richtig gemacht. Dass die Menschen einem das wiedergeben, zählt für mich viel mehr als die 90 Minuten auf dem Platz."

... über seinen Abschied von den Kollegen: "Es ist alles schon erledigt. Im Hotel wurde ein schöner Film gezeigt, der Bundestrainer hat eine schöne Rede gehalten. Damit sollte man es auch gut sein lassen. Die Mannschaft bereitet sich jetzt auf das Spiel in Aserbaidschan vor. Jetzt geht es mit der Familie für ein paar Tage nach Köln, dann geht es wieder zurück nach Istanbul."

Joachim Löw (Bundestrainer): "Das Tor war ein typischer Poldi. Aber besondere Spieler verdienen auch einen besonderen Abschied wie diesen. Das ist toll für ihn. Wir hatten überlegt, ihn früher herunter zu nehmen, aber er hat in der Pause gesagt, dass er länger spielen möchte. Und da haben wir mal geschaut, wie das Spiel läuft - und es war ja auch gut, dass er noch da war."

... über Podolskis Wert fürs Team: "Lukas ist in Zukunft nicht mehr bei uns. Es fehlt jemand, der immer Respekt vorlebt. Lukas hat das immer gemacht, auch wenn es mal schwierig war. Er hat immer allen gegenüber Respekt gezeigt und alle für wichtig genommen. Das ist ein unschätzbarer Faktor in einer Mannschaft."

Thomas Müller: "Das Drehbuch hätte man nicht besser schreiben können, mir als Regisseur wäre es ein bisschen zu kitschig. Das glaubt einem ja keiner. Vor dem Spiel habe ich zu Toni (Kroos, Anm.d.Red.) gesagt, wir müssen den Poldi vor dem Strafraum in Schussposition bringen. Dass er ihn dann so reinhaut, ist für ihn nichts Ungewöhnliches. Dass wir dadurch 1:0 gewinnen, ist natürlich überragend. Ich weiß nicht, was er dafür gezahlt hat, dass der Torwart ihn reingelassen hat. Für Sprüche war noch keine Zeit. Es geht darum, dass er die Momente hier aufsaugt und genießt. Alle Leute sind nur wegen ihm heute hier. Es ist ein würdiger Rahmen."

... über Podolskis Bedeutung fürs DFB-Team: "Natürlich ist er ein spezieller Typ. Du machst nicht mal eben 130 Länderspiele im Vorbeigehen, wenn du nicht irgendetwas Besonderes an dir hast. Unabhängig von der großen Show heute, wird er bei den nächsten Turnieren auf jeden Fall fehlen."

Toni Kroos: "Solche Sachen passieren nur im Fußball. Solch eine Kulisse und dann das Ding so in den Winkel zu hauen - unglaublich. Es war ja auch wirklich kein geschenktes Tor. Eine schöne Sache für Lukas. Als Mannschaft hat in der zweiten Halbzeit gesehen, dass wir auch dahinter Qualität haben, wenn einige nicht dabei sind."

Marc-Andre ter Stegen: "Ich versuche immer, meinen Job zu machen, und ich glaube, das hat ganz gut geklappt. Es gab auf beiden Seiten wenige Chancen, aber es waren immer klare."

Gareth Southgate (Trainer England): "Es ist nie schön zu verlieren, aber ich bin trotzdem mit der Leistung meiner Mannschaft heute sehr zufrieden. Die jungen Spieler haben viel gelernt. Es war taktisch und vom System her sehr gut, was wir gemacht haben. Es hat uns einfach nur das Glück im Abschluss gefehlt."

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