Nach dem überraschenden Rücktritt von Hansi Flick als Sportdirektor will der DFB diesen Posten neu definieren. Teammanager Oliver Bierhoff stellt einen Kriterienkatalog auf.

Der Deutsche Fußball-Bund zieht seine Lehren aus dem Rücktritt von Hansi Flick - und will bei der Suche nach einem Nachfolger die Stelle des Sportdirektors neu definieren.

"Es gilt: Definition der Stelle vor personeller Besetzung", sagte DFB-Präsident Reinhard Grindel am Dienstag am Rande des Neujahrsempfangs der Deutschen Fußball Liga (DFL) in Frankfurt/Main: "Wir werden die Zeit nutzen, ein Anforderungsprofil für den Sportdirektor zu finden."

Auch Teammanager Oliver Bierhoff forderte eine neue Stellenbeschreibung für den Posten. "Es ist entscheidend, dass man die Rolle des Sportdirektors neu definiert. Wir brauchen auf jeden Fall einen sportlichen Fachmann, ob der nun Technischer Direktor oder Sportdirektor heißt, oder wie auch immer", sagte der 48-Jährige. Man müsse die Situation "in Ruhe überdenken."

Bericht: Flick hat sich "aufgerieben"

Aufgrund der gestiegenen Anforderungen auch für Bundestrainer Joachim Löw tue es "dem Verband gut, einen sportlichen Kopf zu haben, der Kontinuität zeigt und die wichtigen sportlichen Themen im Verband führt, die U-Mannschaften leitet, die Trainer führt und natürlich mit dem Bundestrainer Konzepte aufstellt", sagte Bierhoff.

Flick hatte am Vortag überraschend aus persönlichen Gründen seinen Abschied aus dem Amt verkündet. Als Interimslösung bis mindestens zum September wurde vom DFB der ehemalige Jugendcoach Horst Hrubesch installiert.

Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, war der Zuschnitt von Flicks Job ein Grund dafür, dass der frühere Co-Trainer die Lust an dem Posten verlor. Flick habe sich "im administrativen Bereich aufgerieben", wird ein Nationalelf-Insider zitiert.

Auch Sammer und Dutt gingen vorzeitig

Laut der bislang geltenden Stellenbeschreibung des DFB obliegt dem Sportdirektor die Weisungsbefugnis über die 366 DFB-Stützpunkte und rund 1300 Trainer. Er verantworte "in enger Abstimmung mit dem Bundestrainer die Umsetzung einer einheitlichen Spielphilosophie".

Auf den Schultern des Sportdirektors ruhen damit viele Lasten, genau das will der DFB nun offenbar korrigieren. Zumal vor Flick auch schon seine Vorgänger Robin Dutt und Matthias Sammer den Posten vor Ende ihres Vertrags verließen.

Sammer (2006 bis 2012) und  Dutt (2012 bis 2013) waren bald darauf in der Bundesliga aktiv. Einen ähnlichen Schritt von Flick erwartet Bierhoff nicht. "Das möchte ich fast ausschließen", sagte er.

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