Yevhen Konplyanka traf beim Sieg von Schalke 04 bei BFC Dynamo doppelt
Yevhen Konoplyanka traf in seinen ersten drei Pokalspielen für Schalke 04 © Getty Images

Berlin - Trainer Domenico Tedesco glückt sein Pflichtspieldebüt mit dem FC Schalke 04. Ausgerechnet Yevhen Konoplyanka avanciert mit einem Doppelpack zum Matchwinner.

Yevhen Konoplyanka hat dem neuen Trainer Domenico Tedesco einen erfolgreichen Einstand beim FC Schalke 04 beschert.

Der Ukrainer, der im Juni Tedescos Vorgänger Markus Weinzierl in einem Interview als "Feigling" bezeichnet hatte, sorgte beim 2:0 (0:0)-Sieg im DFB-Pokal beim tapfer kämpfenden Regionalligisten BFC Dynamo für die Entscheidung.  Der haushohe Favorit hatte im ersten Pflichtspiel unter dem 31-jährigen Tedesco phasenweise aber gehörige Probleme. (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker)

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"Es war kein Spaziergang, aber das war uns von Anfang an klar. Wir sind geduldig geblieben und hatten zwischendurch sicher auch Glück, nicht in Rückstand zu geraten", sagte Tedesco: "Der Einzug in die zweite Runde war verdient, aber es war ein schweres Stück Arbeit."

Goretzka glänzt als Vorbereiter

Fünf Tage vor dem Bundesligastart am Samstag (18.30 Uhr im LIVETICKER) gegen Vizemeister RB Leipzig erlöste Konoplyanka vor 14.117 Zuschauern im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark im Bezirk Prenzlauer Berg die Schalker in der 78. Minute. Der eingewechselte Confed-Cup-Sieger Leon Goretzka bereitete den Treffer vor. In der Nachspielzeit stellte Konoplyanka den Endstand her. (Spielplan und Ergebnisse der 1. DFB-Pokal-Runde im Überblick)

Konoplyanka besserte damit seine persönliche Pokalbilanz auf: Der 27-Jährige in seinen ersten drei Pokalspielen für die Königsblauen. Dieses Kunststück gelang zuletzt Ebbe Sand zwischen 1999 und 2000. Konoplyanka traf bereits in seinen beiden Pokal-Einsätzen in der vergangenen Saison dreimal.

Ex-Kapitän Höwedes nicht im Kader

Tedesco stand bei seiner Premiere von der ersten Minute an vor der Schalker Bank. Er dirigierte, ermutigte, beruhigte - und wirkte dabei äußerst engagiert. Erst am Samstag hatte der jüngste Coach in der Klubgeschichte von S04 Weltmeister Benedikt Höwedes als Kapitän abgesetzt und für viel Wirbel gesorgt. Immerhin war Höwedes, der am Montag nicht im Kader stand, seit 2011 im Amt. Der 29-Jährige, der sich im Sommer einer Hüft-OP unterzog, akzeptierte die Entscheidung jedoch.

Mit der Entscheidung, Höwedes die Kapitänsbinde zu entziehen, wolle sich Tedesco laut eigener Aussage nicht profilieren. "Wenn das so wäre, wäre es eher ein Zeichen von Schwächen", entgegnete Tedesco vor der Partie bei Sky: "Ich muss nichts nach außen demonstrieren." Die Nicht-Nominierung des 29-Jährigen für das Spiel in Berlin führte Tedesco auf den Trainingsrückstand des Weltmeisters zurück.

Fährmann verhindert Rückstand

In der Hauptstadt agierte Keeper Ralf Fährmann erstmals als Spielführer - und sah zumindest in der Anfangsphase die drückende Überlegenheit seines Teams. Allerdings fehlte es an der nötigen Präzision. Konoplyanka (10.) und Guido Burgstaller (18.) vergaben die ersten guten Möglichkeiten.

Der zehnmalige DDR-Meister BFC versuchte sich angeführt vom starken Mittelfeldspieler Matthias Steinborn immer wieder vom Druck zu befreien. Trotz einiger individueller Fehler kam das Team von Coach René Rydlewicz gegen Ende der ersten Halbzeit mehrfach gefährlich in den Strafraum der Gäste, verpasste jedoch die mögliche Führung. Dynamo war in den vergangenen Jahren als Gewinner des Berliner Cups immer wieder im DFB-Pokal dabei. Allerdings schaffte es der Klub nach der Wende noch nie über die zweite Runde hinaus.

Bei den lange Zeit ideenlosen Schalkern standen die Neuzugänge Bastian Oczipka (Eintracht Frankfurt) und Amine Harit (FC Nantes) in der Startformation, sorgten beim Pokalsieger von 2011 aber nur bedingt für Belebung.

Joker Goretzka sorgt für Schwung

Auch nach dem Seitenwechsel blieben die Gastgeber angriffslustig und hatten durch einen Kopfball von David Kamm Al-Azzawe (51.) ihre beste Tormöglichkeit, kurz darauf traf Nationalspieler Goretzka auf der Gegenseite nur die Latte (58.).

Berlins Torhüter Bernhard Hendl lenkte den Ball vorher noch ab. Der Österreicher machten zwischen den Pfosten ein starkes Spiel, war bei den Gegentoren aber machtlos.

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