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Die Polizeipräsenz wird beim Pokalfinale in Berlin erhöht © Getty Images

Der Anschlag in Manchester lässt Verantwortliche das Sicherheitskonzept für das DFB-Pokalfinale überdenken. So sollen Fans gefilmt werden. Ein Grund ist auch Barack Obama.

Das jüngste Attentat in Manchester mit mehr als 20 Toten könnte die ohnehin umfangreichen Sicherheitsmaßnahmen für das DFB-Pokalfinale am kommenden Samstag zwischen Borussia Dortmund und Eintracht Frankfurt in Berlin nochmals verschärfen.

"So ein Anschlag führt immer dazu, dass das Sicherheitskonzept hinterfragt wird", sagte der Berliner Polizeisprecher Thomas Neuendorf: "Allgemein gesagt haben wir eine hohe abstrakte Gefährdungslage."

Das Problem ist aber nicht nur die abstrakte Terrorgefahr. Von Donnerstag bis Sonntag feiern mehr als 100.000 Besucher in der deutschen Hauptstadt den Evangelischen Kirchentag, darunter auch Barack Obama. Der frühere US-Präsident tritt gemeinsam mit Bundeskanzlerin Angela Merkel an Christi Himmelfahrt am Brandenburger Tor auf.

"Das ist eine Mammutaufgabe", sagte der Polizeisprecher über die bevorstehenden Tage. Es kommt erschwerend hinzu, dass beide Pokalfinalisten mit einer besonderen Vorgeschichte nach Berlin reisen.

Das Attentat auf die BVB-Mannschaft Mitte April und die heftigen Ausschreitungen einiger Eintracht-Hooligans beim Auswärtsspiel in Berlin Ende Februar "zeigen, dass wir wachsam sein müssen", sagte Neuendorf.

Am Donnerstag und auch am Samstag sollen deswegen rund 2000 zusätzliche Beamte vor Ort sein, dafür werden wohl auch benachbarte Bundesländer mit Einsatzkräften behilflich sein.

Bei den Fanfesten am Samstag am Breitscheidplatz (Dortmund) und Alexanderplatz (Frankfurt) kommt erstmals eine Videobeobachtung zum Einsatz. Dabei werden über Kameras Livebilder in die Einsatzzentrale übertragen.

Am Breitscheidplatz war es am 19. Dezember 2016 zu einem Attentat auf einem Berliner Weihnachtsmarkt gekommen. Der Islamist Anis Amri war mit einem gestohlenen Lkw in eine Menschenmenge gerast. Zwölf Menschen starben.

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