München - Mit seinen Fähigkeiten müsste die Vitrine von Marco Reus voll mit Trophäen sein. Die Realität sieht anders aus. Klappt es nun im Pokal-Finale gegen Frankfurt?

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Marco Reus gilt bis zum heutigen Tag als Unvollendeter.

Mit seinen Fähigkeiten hätte er längst Pokale verdient gehabt, seine Vitrine müsste voll mit Trophäen sein. Die Realität sieht anders: Der Torjäger von Borussia Dortmund hat in seiner Profi-Laufbahn noch keinen einzigen Titel gewonnen.

Das DFB-Pokalfinale gegen Eintracht Frankfurt (Sa., ab 20 Uhr LIVE in unserem Sportradio SPORT1.fm und im LIVETICKER) ist bereits sein fünftes Endspiel - und "endlich, endlich" will auch er mal den Pott gen Himmel strecken.

Dramatische Pleiten und Verletzungen

Vier Mal zog Reus bislang nur mit der Silbermedaille von dannen. Neben dem unerwarteten 1:3 gegen den VfL Wolfsburg vor zwei Jahren musste er drei dramatische Pleiten gegen den FC Bayern hinnehmen - mal in vorletzter Minute (Champions League 2013), mal in der Verlängerung (Pokal 2014), mal im Elfmeterschießen (Pokal 2016). 

Zu dieser Final-Misere gesellten sich drei undankbare Vizemeister-Titel hinzu: 2013, 2014 und 2016 landete Reus mit dem BVB jeweils hinter den Bayern. Rechnet man alle Pleiten zusammen, kommt Reus auf rekordverdächtige sieben Final-Niederlagen.

Und wenn es mit der Mannschaft mal gepasst hätte, verhinderte eine Verletzung ein Mitwirken am Triumph. Zum Beispiel 2014, als er wegen eines Syndesmoserisses mit ansehen musste, wie Deutschland in Brasilien Weltmeister wurde. Ohne ihn.

Reus bei hundert Prozent

Mit seinen 27 Jahren will Reus diesem Spuk jetzt ein Ende setzen. "Marco ist nach seiner Verletzung deutlich präsenter in unserem Spiel, er übernimmt Verantwortung und tut das auch gern. Er ist gereift", schwärmt Sportdirektor Michael Zorc. Und auch Coach Thomas Tuchel findet, der Nationalspieler habe "wahnsinnig an Persönlichkeit gewonnen".

Reus selbst wäre es lieber, wenn er etwas Zählbares gewinnen würde. Er will kein Unvollendeter mehr sein. 

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