Der suspendierte Eintracht-Profi Guillermo Varela ist sauer auf seinen Trainer Niko Kovac © imago

München und Berlin - Der suspendierte Eintracht-Profi Guillermo Varela keilt nach seiner Suspendierung gegen seinen Trainer. Doch Niko Kovac bestreitet die massiven Vorwürfe des Spielers.

Eintracht Frankfurts Trainer Niko Kovac hat die massive Kritik des wegen einer Tattoo-Affäre suspendierte Guillermo Varela zurückgewiesen.

"Ich kann mir nicht erklären, warum man mich so hart bestraft", hatte der uruguayische Abwehrspieler der Süddeutschen Zeitung gesagt. 

Er sei nicht der einzige Eintracht-Profi, der sich vor dem Finale ein Tattoo habe stechen lassen: "Aber nur ich wurde ans Kreuz genagelt, als ob ich gegen den Trainer handgreiflich geworden wäre."

Kovac: "Eitrige Brandblasen"

Kovac widersprach vor dem DFB-Pokalfinale gegen Borussia Dortmund in der ARD.

"Wir haben ihn zum Dermatologen geschickt, und er musste Antibiotikum nehmen", sagte der Eintracht-Coach.

Auch Varelas Aussage, die tätowierte Stelle sei nur ein wenig gerötet gewesen, bestritt Kovac energisch: "Ich habe die Brandblasen gesehen und die waren eitrig."

"Habe für Eintracht meine Karriere aufs Spiel gesetzt"

Varela hatte Kovac persönlich angegriffen. Er habe sich auf dessen Bitten für Spiele in der Rückrunde fitspritzen lassen, sagte der 24-Jährige

"Er brauchte mich, hat er gesagt. Ich habe für die Eintracht meine Gesundheit, vielleicht sogar meine Karriere aufs Spiel gesetzt. Ich wollte der Mannschaft und dem Trainer helfen."

Varela hatte sich zu Beginn der Saison eine Sprunggelenksverletzung zugezogen. Es gab Komplikationen, der Heilungsprozess verzögerte sich.

Erst kurz vor Saisonende war der Defensivspezialist wieder körperlich auf der Höhe. Für das Pokalendspiel war er eigentlich fest eingeplant. Dann kam der vergangene Montag.

Varela hatte sich in der rechten Armbeuge ein Tattoo stechen lassen - entgegen der Anweisung von Kovac und dem Rat der Ärzte. Die Stelle entzündete sich.

Varela erwägt juristische Schritte

Daraufhin suspendierte die Eintracht den Spieler am Mittwoch. Varelas Leihe vom englischen Spitzenklub Manchester United ist damit beendet. Der Spieler erwägt, juristisch gegen die Bestrafung vorzugehen.

Varela selbst erachtet den Vorgang nämlich als Lappalie. Zu Zeiten, als er noch für Manchester United auflief, sei man "vor dem FA-Cup-Finale 2016 mit mehreren Spielern losgezogen" und habe sich "ein Tattoo stechen lassen, und dann haben wir den FA Cup gewonnen", erzählte er.

"Nun habe ich das wiederholen wollen, weil es uns mit Manchester so viel Glück gebracht hatte".

"Mein Name wird besudelt"

Eine Aktion aus Aberglaube also. Deshalb kann Varela auch nicht verstehen, warum man ihn so hart sanktioniert hat.

"Mein Name wird besudelt", beklagte er, "ich frage mich, was Real Madrid mit Sergio Ramos machen müsste. Der tätowiert sich jede Woche".

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