München - Paul Breitner glaubt an den dreifachen Triumph in diesem Jahr. Im SPORT1-Interview spricht Bayerns Markenbotschafter auch über Franck Ribery, Thomas Müller und RB Leipzig.

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Der FC Bayern ist wieder auf Kurs. Im DFB-Pokal steht der Titelverteidiger nach dem souveränen 3:0 über Schalke im Halbfinale, in der Bundesliga hat man fünf Punkte Vorsprung auf Verfolger RB Leipzig. Nach dem 5:1 gegen Arsenal stehen die Münchner zudem mit mehr als einem Bein im Viertelfinale der Champions League.

Ist das ersehnte Triple in dieser Saison also drin? Für Paul Breitner definitiv. Der Markenbotschafter des FC Bayern glaubt an den dreifachen Triumph und gibt im SPORT1-Interview unter anderem seine Meinung zu Franck Ribery, Thomas Müller und Leipzig ab.

Das komplette Interview und alle Highlights des DFB-Pokalviertelfinales im Volkswagen Pokalfieber am Donnerstag ab 19.15 Uhr LIVE im TV auf SPORT1

Paul Breitner über ...

... Carlo Ancelotti: "Jeder Trainer will einer Mannschaft seinen Stempel aufdrücken und das wird nach drei Jahren mit Pep Guardiola nicht in vier oder acht Wochen gehen, sondern braucht mindestens eine Hinrunde. Ancelotti lässt nicht so aggressiv verteidigen. Er wollte hinten ein bisschen mehr Ordnung reinbringen, damit wir nicht mehr in so viele Konter reinlaufen und das ist auch passiert.

Allerdings hat das Umschalten nicht von Beginn an perfekt geklappt, weil er immer wieder mit anderen Spielern auf anderen Positionen gespielt hat. Deshalb braucht er vielleicht die ganze Saison oder hat bis vor zwei Wochen gebraucht, um seine Elf zu finden, von der er sagt: Wenn alle fit sind, werden die auflaufen."

... Franck Ribery: "Dieses Fanatische im positiven Sinne, immer alles geben wollen, sich für die Mannschaft und für den Klub zu zerreißen, das zeichnet die ganz Großen aus. Und Franck ist ein ganz Großer. Und vor allen Dingen ist er ein unheimlich lieber, netter Kerl, ich mochte ihn von der ersten Sekunde an.

(…) Und wenn ich seit zehn Jahren sehe, was er auf die Socken kriegt... Dass er vielleicht für eine Zehntelsekunde nicht darüber nachdenkt, dass er sich beherrschen sollte, sondern eine für mich nachvollziehbare Reaktion zeigt: Dann wurde immer erst mit dem Finger auf ihn gezeigt, und nicht auf den, der ihm zehnmal vorher auf die Socken gehauen hat."

... Thomas Müller: "Egal, wie viele mit ihm sprechen oder wer mit ihm spricht: Nur er selbst kommt aus dieser Situation raus. Du kannst ihm zureden, ihn streicheln, ihm zehn Psychologen an die Seite stellen. Er muss sich runterfahren, er muss den Schritt machen, dass er sich sagt: Okay, ist akzeptiert (…) Das passiert alles im Unterbewusstsein. Gerade bei Stürmern ist es so, dass sie dann Probleme haben, wenn sie sich zu viele Gedanken über eine Situation machen.

Logisch, dass ein Thomas Müller oder früher ein Gerd Müller das immer dann macht oder gemacht hat, wenn er sieht, es läuft nicht so. Dann fragt er sich: Was mache ich falsch, was könnte ich ändern? (…) Und es ist wahnsinnig leicht zu sagen, er solle locker bleiben, wenn er jeden Tag in der Öffentlichkeit eins auf die 'Fresse' kriegt.

Der Gerd konnte sich verstecken, der war halt drei, vier Tage nicht in der Presse, nicht in der Öffentlichkeit. Von ihm wird sehr, sehr viel erwartet. Und er will das natürlich auch beweisen, dass diese Erwartung nicht umsonst ist."

... das Triple: "Ich bin seit ungefähr 60 Jahren Bayern-Fan. Ich bin zum Bayern-Fan getriezt worden. Und in erster Linie bin ich auch heute Bayern-Fan. Und wenn du mich jetzt fragst, holen wir das Triple? Dann sage ich Ja. Weil ich mir das für meinen FC Bayern wünsche. Wie es am Ende ausgeht, weiß ich genauso wenig wie jeder andere."

... RB Leipzig: "Wir werden mit RB Leipzig seit Jahren wieder eine dritte Mannschaft oben haben. Denn ich bin sicher, dass die Verantwortlichen dort diesen intelligenten Aufbau, den sie über sechs, sieben Jahre von ganz unten gemacht haben, weiterführen werden und diese sehr gute, junge Mannschaft punktuell verstärken werden. Das Geld bei Mateschitz ist ja da. Das ist kein einmaliger Ausreißer, dass sie jetzt Zweiter sind. Sie werden sich festsetzen.

Und ich verstehe dieses Aufgejaule, diese Schimpferei nicht auf diesen angeblichen 'Plastikverein'. Zuerst war es vielen Millionen Fans zu langweilig in der Bundesliga. Jetzt haben wir einen dritten Konkurrenten und jetzt passt's wieder nicht. Und all diese Leute übersehen eines: Fußball in Deutschland, in Dortmund oder bei Bayern ist Geschäft, das ist Unterhaltungsgeschäft.

Wir sind im Showbusiness, wir sind die wichtigsten Entertainer in unserem Land. Und ob das funktioniert mit dem Geld von Red Bull oder ob das funktioniert über das Geld, das der FC Bayern oder Borussia Dortmund über ihre Möglichkeiten generieren, ist egal."

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