St. Petersburg - Nach dem Finaltriumph gegen Chile gibt Bundestrainer Joachim Löw grünes Licht für die Partynacht: "Jetzt ist alles erlaubt." Und so tourt der Goldpokal durch St. Petersburg.

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Emre Can hat die Hände auf die Knie gestützt. Von seiner Stimme ist kaum noch etwas übrig.

"Die Nummer eins", brüllt er mit dem heiseren Rest aus der Mitte der deutschen Mannschaftskabine, "die Nummer eins, die Nummer eins der Welt sind wir". Dann gehen Cans Arme in die Luft und die komplette Mannschaft des frisch gebackenen Confed-Cup-Siegers stimmt mit ein und tanzt durch den Raum.

Joshua Kimmich und Niklas Süle begießen in bester Formel-1-Manier ihre Kollegen mit Sekt. Diverse Handys sind gezückt, um das Ganze festzuhalten. Und dann kommt ihnen eine Idee.

Spieler stürmen Löws PK

"Wir haben ein bisschen Stimmung machen wollen", erklärt Matthias Ginter um kurz nach Mitternacht die Sektdusche für Joachim Löw. Der Bundestrainer bespricht den deutschen Überraschungscoup gerade mit den Medien als Can, Kimmich und Kollegen seine Pressekonferenz sprengen. "Die Nummer eins…" darf dabei nicht fehlen.

Löw nahm es gelassen. "Das Champagnerbad habe ich gut verkraftet", meint er später auf SPORT1-Nachfrage. "Ich bin ein bisschen nass geworden. Aber das muss man den Spielern zugestehen. Jetzt ist alles erlaubt. Natürlich feiern die Spieler heute Nacht."

Zu diesem Zeitpunkt hat die Mannschaft schon diverse Kaltgetränke in der Kabine genossen. "Ich habe schon vier Bier intus", erklärt Ginter: "Und ich glaube, ich merke sie schon ein bisschen."

Can und Kimmich geben bei der Party den Takt vor. "Emre hat die Kontrolle verloren", scherzt Shkodran Mustafi: "Er ist ein sehr lustiger Typ. Wir haben auf jeden Fall etwas zu lachen gehabt." Und das sollte sich in der Nacht fortsetzen. "Jetzt heißt es, den Moment zu genießen", findet der Abwehrchef: "Wenn man heute nicht lächelt, wann soll man dann lächeln?"

Party in der Innenstadt

Kurz bevor in St. Petersburg um 1 Uhr nachts die Zugbrücken hochgezogen werden, schafft es die Mannschaft von der Krestowski-Insel, wo das gleichnamige Stadion steht, in die Innenstadt St. Petersburgs.

Dort wird gegessen, getanzt oder einfach nur gemeinsam am Ufer der Neva relaxt. Nachzuverfolgen unter anderen in den Instagram-Storys von Kevin Trapp, Antonio Rüdiger, Shkodran Mustafi oder Benjamin Henrichs. Immer mit im Bild: Der Goldpokal.

Die Feier fand erst am frühen Morgen ihr Ende. Gezwungenermaßen: Denn um 10 Uhr russischer Ortszeit hob der Flieger Richtung Frankfurt ab. Mit im Gepäck: Natürlich der Pokal, den Bayern-Profi Joshua Kimmich sicher mit an Bord schleuste.

Knappe drei Stunden später in der Main-Metropole angekommen, schließt sich auch für die Spieler das äußerst erfreuliche Kapitel Confed Cup in Russland.

Diese Bilder veröffentlichten die Spieler auf Instagram:

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