München - Ärger über Schiedsrichter, Medien und Polizei - und Final-Boykott: Karl-Heinz Rummenigge lässt seinem Frust über das Aus in Madrid nochmal freien Lauf.

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Das bittere Viertelfinal-Aus des FC Bayern München nagt noch immer an Vereinschef Karl-Heinz Rummenigge - und er zieht Konsequenzen daraus.

Das Champions-League-Finale zwischen Juventus Turin und Real Madrid werde er sich "auf keinen Fall anschauen", sagt Rummenigge der Süddeutschen Zeitung: "Ich vergesse nicht so schnell."

Rummenigge: "Spiel sitzt noch tief"

"Dieses Spiel sitzt bei mir noch tief", hält Rummenigge fest. Er fühlt sich von den (mindestens) umstrittenen Entscheidungen von Schiedsrichter Viktor Kassai im Viertelfinal-Rückspiel gegen Real noch immer "beschissen", wie er nun klarstellt: "Wer mich kennt, der weiß, dass ich so was nicht so einfach dahin sage."

Er habe eine Schiedsrichter-Leistung erlebt, "wie sie mir in 40 Jahren noch nicht untergekommen ist". Nach seiner Zählung gab es "fünf schwer wiegende Entscheidungen gegen unsere Mannschaft".

Wut auf spanische Medien und Polizei

Auch aus anderen Gründen ist Rummenigge noch sauer, etwa über die Meldungen, Bayern-Spieler seien nach dem Spiel in die Schiedsrichter-Kabine gestürmt: "Natürlich haben unsere Spieler dem Schiedsrichter auf dem Weg in die Kabine was gesagt, aber in der Kabine waren sie nicht, und schon gar nicht mussten sie da rausgezogen werden. Was Märchen anbelangt, haben die spanischen Zeitungen inzwischen die englischen abgelöst."

Auch der gewaltsame Sturm der spanischen Polizei in den Bayern-Fanblock stößt Rummenigge noch sauer auf: "Dafür gibt es bis heute keine Erklärung. Unsere Fans haben sich nichts zuschulden kommen lassen und wurden dennoch zum Teil mit Knüppeln von der Polizei niedergemacht. Ich habe furchtbare Videos gesehen."

Der Klub habe daher auch, "die Bundesregierung um Unterstützung gebeten, der spanische Gesandte wurde ins Außenministerium gebeten, um mit Nachdruck darauf hinzuwirken, dass die Übergriffe der Polizei von der spanischen Justiz untersucht werden. Ich hoffe, dass wir so etwas nie wieder erleben müssen."

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